DIE REFORMATION DES WELT• RAUMS

Hat Unglück ein System?
Hat der Tod ein Leben?
Ist die Zeit vergänglich?
Ist der Stillstand in Bewegung?
Hat die Liebe eine Form?
Brauchen Bilder Augen?
Lebe ich Dein Leben?
Welche Scheibe ist die Erde?

Wie bewusst ist Sein?

Das Leben ist weder mysteriös noch sinnlos. Im Gegenteil! Es ist ein wunderbares Spiel, in dem der Mensch eine Hauptrolle einnimmt.

Die Evolution ist ein System, das der Herausbildung des menschlichen Bewusstseins dient. Ihre Struktur zu verstehen hilft uns, unseren individuellen Lebensweg effizienter und freudvoller zu gestalten. Es eröffnet uns neue Perspektiven, um den Sinn hinter der sich schnell verändernden Welt zu erkennen. Die Welt befindet sich mitten in einem Prozess, der die Erde und den Menschen grundlegend reformiert.

Der Drang zur Individualität ist ein natürliches Phänomen, das auf dem Weg durch die Individuation des Bewusstseins unumgänglich ist.

Die notwendigen Fragen nach Weisheit und Spiritualität werden hier beantwortet, Irrtümer hinter der Rationalität erklärt. Die Welt ist mehr, als wir glauben. Heute sehen wir uns mehr denn je gezwungen, unser Verständnis über die Realität neu zu definieren.

DIE REFORMATION DES WELT• RAUMS
Individuation :: Im Wandel des Bewusstseins
Robert Welscher | 2009 | 248 Seiten | Hardcover
ISBN 978-3-941445-01-7
VK 22 Euro | sofort lieferbar

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Ein Blick in die Gegenwart

Unsere Gegenwart eröffnet uns eine Vielfalt, wie noch keine andere Epoche der jungen Menschheitsgeschichte. Das Leben bietet uns Welten an, die noch vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar waren. Der Reichtum des Lebens, die Anzahl möglicher Eindrucke, deren Erlebnistiefe und Intensität, steigt unaufhörlich an. Es eröffnen sich immer neue Lebensräume, in denen wir erleben und aus denen wir auswählen können, die uns fordern und unsere Fähigkeit und Kapazität als Spezies erhöhen und erweitern. Der Takt der Innovation schlägt immer schneller, verändert fortlaufend die sichtbare Welt grundlegend und installiert die Basis für eine nächste Epoche menschlicher Entfaltung. Die Kurzlebigkeit kennzeichnet unsere Ära. Beschleunigung beschleunigt sich. Die Turbulenz des Lebens durchbricht Gewohnheit und Wahrheit, um Platz für eine Reformation zu schaffen. Die Reformation ist in vollem Gange.

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Cyberspace, Mobiltelefon und Internet nicht einmal Gegenstand kühnster Träume. Mittlerweile sind Menschen weltweit vernetzt und die Jugend wächst inmitten bahnbrechender Errungenschaften selbstverständlich auf. Im dreidimensionalen world wide web erschaffen wir uns alternative Persönlichkeiten, von denen wir unser finanzielles Einkommen bestreiten können. Wir beginnen „Avatare“ in unser normales Leben zu integrieren, künstlich geschaffene Identitäten, mit denen wir in realen Kontakt treten. Es ist bald ein Glück, am Telefon nicht zuerst einer Maschine antworten zu müssen.

Wo vor wenigen Jahrzehnten Wälder den Planeten überzogen, treiben Millionenstädte Beton in den Himmel. Wie fremde Erscheinungen, die praktisch aus dem Nichts in die irdisch - natürliche Welt gepflanzt wurden, um sich aus sich selbst zu erheben. Diese Entwicklung ist sehr jung. Innerhalb weniger Jahrzehnte springt die Menschheit aus einem Mittelalter in eine neue Zeit. Die Dramatik des Wandels ist bis dato auf Erden ungekannt. Die Menschen sind ihr Motor, das Vermögen der Menschen sind gleichermaßen Chance und Risiko der Welt. In der Gegenwart verschwimmt zusehends das, was wir unsere Wahrheit nennen. Vieles, das gerade noch richtig erschien, ist wenige Wochen später überholt. Das, was ich für eine Neuigkeit halte, ist für einen Anderen längst veraltet. Unsere Realität wird unaufhörlich komplexer und fordert uns immer mehr. Die äußerliche Lebenswelt dehnt ihren Umfang aus und fällt in einem atemberaubenden Tempo in ihre eigene Tiefe.
Doch nicht nur die Erde verändert ihr Gesicht, nicht nur die sichtbare Welt schlüpft aus ihrer „verbrauchten“ Schale. Auch eine andere Seite des Lebens entwickelt sich rasant. In Hochtechnologie und Hochgeschwindigkeit der modernen Welt, eingefasst in streng rationale Regeln, gedeiht das Bewusstsein für die Notwendigkeit weicher Werte. Das Bedürfnis nach Wahrheit und Einklang, Rhythmus und Natürlichkeit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, Freude und Wohlergehen rücken in das Zentrum des Interesses.

Fragen des Glaubens sind in der kapitalistischen Welt in all ihren Facetten hoffähig geworden. Wir sprechen mehr denn je über unsere Träume. Engel und Mysterien von Atlantis oder Lemurien machen sich nicht nur im Internet breit. Menschen erleben in tiefen Zuständen, in Meditation und Trance Begegnungen mit engelsgleichen Wesen, reisen in vergangene Leben oder sagen die Zukunft voraus. All diese Phänomene und vieles mehr werden Gegenstand der Forschung. Die Berichterstattung in den Medien bedient sich hier längst exzessiv und profitabel. Das Mysterium von gestern ist die Kassen füllende Wirklichkeit von heute und wird zum schnell vergänglichen Fundament, auf dem eine offene Zukunft ruht.

Es entstehen Bilder, die zunehmend Grenzen durchbrechen und die die Perspektiven vieler Menschen auf Erscheinungen lenken, die sich noch bis vor kurzem nur wenige auszusprechen trauten. Das Vorstellungsvermögen der Menschen steigt und verschiebt fortlaufend das Verständnis von Normalität. Kontroverse Debatten entfachen, die immer tiefer ansetzende Phänomene thematisieren. Hemmschwellen werden übergangen, Offenheit und Provokation steigen unaufhörlich, die Gier nach Sensation und Fortentwicklung stellt jede Wahrheit in Frage.

Die Wirklichkeit schwingt durch einen zunehmend haltlosen Raum der Polarität.Selbst Führungsetagen in der Welt der Mächtigen beginnen, sich umzuorientieren, sehen in der Erweiterung ihrer Sicht notwendige Schritte im Fluss des wirtschaftlichen Fortschritts. Spiritualität und geistige Fortentwicklung beginnen, ein Wirtschaftsfaktor, ein Wettbewerbsvorteil im globalen Wettstreit zu werden, an dem in absehbarer Zeit niemand mehr vorbeikommen wird. Neben einem Veränderungsdruck, der sich zunehmend aus den öffentlich werdenden Mißständen ergibt, erwacht eine Sehnsucht in den Menschen, die einen immer größeren Sog erzeugen und die menschliche Welt reformieren.

Zweifellos vollzieht sich ein Wandel auf der Erde, der längst biblische Ausmaße angenommen hat. Er bringt eine Wahrheit mit sich, die der Mensch annehmen muss, sofern er nicht gewillt ist, in seiner Existenz zu scheitern. Wir stehen inmitten eines grundlegenden Paradigmenwechsels. Die Evolution schreitet fort und folgt dabei zielstrebig ihrer Bahn.

Die Globalisierung ist ein Motor, der Grenzen sprengt und die Völker dazu nötigt zu verstehen, dass ohne ökologischen und ethischen Grundkonsens kein unsere Welt umspannendes Gleichgewicht zu erreichen ist. Weder im Großen noch im Kleinen wird sich ohne ihn ein Gleichgewicht finden. Dieser Motor treibt die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins unaufhörlich in einer Dynamik voran, wie es zuvor in der Menschheitsgeschichte noch nicht stattgefunden hat. Die Welt ist infiziert, der Ausgang der Entwicklung jedoch offen.

Nationen beginnen zu verstehen, dass sie Frieden nur dann dauerhaft erhalten können, wenn sie Frieden stiften. Menschen beginnen zu verstehen, dass für eine nachhaltige Lösung der Probleme in dieser Welt eine umfassende Aufklärung und Entwicklung allerorten unabdingbar ist. Sie sehen, dass Friede zuerst in ihnen selbst entstehen muss, möchten sie Frieden in der Welt verbreiten. Und es werden jeden Tag mehr, die dieser Idee in ihrer Überzeugung folgen und ihr Handeln danach ausrichten.

Friede erwächst aus sich selbst. Erst ein befriedetes, entwickeltes und stabilisiertes Wesensinneres begründet eine friedliebende Welt von Bestand. Es ist das Fundament, auf das die Menschen zusteuern, die einzige Chance auf wirklichen Fortschritt. Es ist der Gradmesser, an dem sich jeder Einzelne und die Spezies Mensch insgesamt in diesen Tagen ausrichten darf. Erst durch eine tragfähige Basis, erst wenn sich das Niveau des Bewusstseins über eine kritische Schwelle hinweggesetzt und seine Hürden gemeistert hat, entsteht die begründete Aussicht auf ein Gleichgewicht von Dauer.

Die Erde stellt uns genügend Ressourcen zur Verfügung. Alle Menschen könnten ohne Mangel und in Frieden miteinander leben. Das Ungleichgewicht, dass erbärmliche Armut und verschwenderischer Reichtum gleichzeitig die Erde überziehen, ist die Folge der sehr unterschiedlich fortgeschrittenen Entwicklung des menschlichen Bewusstseins. Es entwickelt sich unterschiedlich schnell und hat insgesamt noch kein Stadium erreicht, aus dem heraus materielle Gerechtigkeit möglich wäre. Im Raum der Polarität braucht es die materielle Ungerechtigkeit als einen Spiegel, der Entwicklung ermöglicht und beschleunigt.

Die geistig unterschiedliche Reife der Menschen ist einerseits das Übel, das die Welt in ihren Zwiespalt treibt. Doch andererseits wirkt dieser Zwiespalt heilsam, denn er animiert den Menschen, seine geistige „Unreife“ zu überwinden, wenngleich dies oft ein steiniger Weg voller Reibungsverluste ist.

Entwicklung bedeutet stets einen Zugewinn an Vielfalt, das Überschreiten und Transzendieren vergangener Stadien. Grundsätzliche Paradigmen lösen sich auf und verändern sich. Der Übergang eines Stadiums in ein nächstes wird von Turbulenzen begleitet, um zunächst die Hürden zu nehmen und sich anschließend zu stabilisieren. In solch einer Zeit leben wir. Die Turbulenzen der Gegenwart sind die sichtbaren Anzeichen der sich rasch wandelnden Welt, die dabei ist, vollkommen neue Lebensbedingungen für eine erweiterte Spezies Mensch zu schaffen, erweitert in ihrem Blick und ihrer Fähigkeit.
Der Mensch ist Hauptakteur im irdischen Spiel, sein Spiel folgt bislang jedoch meist kindlich naiven Regeln. Er besitzt ein kindliches Verständnis von der Wahrheit der Welt und ihrer fundamentalen Gesetze. Die Spezies Mensch ist nicht sozial, da sie nicht über sich und ihre Grenzen hinaussieht und nicht willens ist, die Folgen ihres Handelns zu tragen. Aus der Sicht des Bewusstseins ist der Mensch bislang höchst unreif und unverantwortlich, sein Handeln ist unbekümmert und wenig reflektiert. Dies gilt für den Einzelnen wie für Gesellschaften gleichermaßen. Dementsprechend äußern sich die Folgen seines Wirkens auf der Erde.

Die Gegenwart lässt sich als eine Aufforderung verstehen. Sie gibt dem Einzelnen die Chance, auf dem Weg seiner individuellen Entwicklung eine bedeutende Wegstrecke zu bewältigen. Und sie eröffnet den Völkern der Erde die Chance für eine grundsätzliche Erneuerung. Das menschliche Leben kann in eine verbesserte Qualität führen. Das menschliche Wesen erhält die Chance, seinen Ausdruck zu erweitern.

Die Gegenwart markiert einen Wendepunkt in der Evolution. Wir durchleben eine besonders reiche Zeit auf der Erde. Wir können unserem eigenen Spektakel zusehen und uns an ihm nicht nur erfreuen, wir dürfen uns an ihm laben und uns in ihm erheben. Die eingeschlagenen Wege der Evolution öffnen uns eine Türe in die Erweiterung und laden uns dazu ein, in ein nächstes Stockwerk hinaufzugehen. Folgen wir ihr nicht, wird sie uns immer mehr bedrängen, um letztendlich eine Entscheidung von uns einzufordern. Sollten wir ihre Einladungen weiterhin ignorieren und verschmähen, dann scheint es wahrscheinlich, dass die Evolution ohne den Menschen weiterzieht.

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Individuation

Seit der Zeit, als der Mensch auf der irdischen Bühne erschien, beschreitet er einen Weg zu sich selbst. Schritt für Schritt kommt er sich näher, entwickelt die Qualität seines individuellen Wesens fort. Er faltet seine in ihm wohnende Kapazität Stück für Stück aus, erhöht das Fundament, auf dem er sich und seine Welt generiert. Er entschleiert Gottes Vermögen durch seine sich ständig bereichernde Existenz im irdischen Leben, pflanzt sich fort, um immer höhere Qualitäten des Lebens auszuformen. Dabei springt er von einem Bewusstseinszustand zu einem nächsten, restrukturiert seine Lebensgemeinschaften, verfeinert seinen Körper und dehnt sich in ihm und durch ihn aus. Das alles Verursachende ist sein Bewusstsein. Es ist sein Motor und seine Quelle, der Hort seiner Inspiration und die Enge seiner Begrenzung. Aus dem wachsenden Fundament erwächst der Mensch und mit ihm die Welt. Schritt für Schritt.

Heute leben Menschen nebeneinander auf der Erde, die den gesamten Entwicklungsprozess aufzeigen, den die Menschheit bereits durchlaufen hat. Wir blicken auf das Spektrum der Evolution, das bereits durchlaufen ist. Die Gegenwart ist transparent, so dass man es sich leicht im Weltgeschehen und im alltäglichen Umfeld vor Augen führen kann. Eine strukturierte Auffächerung der einzelnen Entwicklungsstufen macht die Wandlung des Bewusstseins sichtbar und nachvollziehbar.

Jeder Mensch und jede Gesellschaft durchläuft den gleichen Prozess. Wir alle produzieren identische Fehlleistungen und müssen die selben Gräben überwinden. Ungerechtigkeiten basieren überall auf den selben Engen des Bewusstseins. Individuation zeigt sich niemals gleich. Jeder Mensch strebt auf individuellem Weg seinem individuellen Wesen zu. Doch die Struktur, die sein Bewusstsein durchläuft, lässt sich eindeutig nachvollziehen.

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Der Prozess der Individuation

Von Geburt an trägt jeder Mensch seine individuellen Anlagen in sich. Während viele von sich aus nicht wissen, dass das Leben tieferen Gesetzmäßigkeiten folgt und sie sich schnell rücksichtslos und berechnend gebärden, sobald sie die Chance dazu erhalten, ist es für andere eine Selbstverständlichkeit, aus einem ethischen Wertesystem heraus zu denken und zu handeln. Selbstverständlich trägt auch die Erziehung ihren Teil bei, wenngleich dieser für die Entwicklung des Heranwachsenden zwar eine Notwendigkeit, sein tatsächlicher Einfluss jedoch viel kleiner ist, als es allgemein angenommen wird.

Die Veranlagung des Menschen ist die Basis, von der aus er seinen Prozess der Individuation mit dem Ziel durchläuft, sich immer weiter zu entfalten.

Paradox mag es erscheinen, dass er sich durch seine Ausweitung gleichzeitig immer genauer definiert. In der Ausdehnung wächst er in seine Individualität hinein. Mit der Erkenntnis seiner selbst erlangt er die Erkenntnis der allgegenwärtigen Einheit der Dinge. Individuation bedeutet, sich selbst herauszubilden und gleichzeitig immer weiter über sich hinauszuwachsen.

Er weitet sich und sein Wesen immer mehr in das aus, was bereits existiert, wenngleich es noch nicht sichtbar ist. Das Unscheinbare und Unglaubliche steht bereit, entwickelt zu werden. Wie ein Geschenk, aus dem man immer neue und noch wunderbarere Geschenke enthüllt. Aus der Sicht des Menschen ist es stets eine neue Welt, die er sich noch nicht vorstellen kann. Er überschreitet fortlaufend seine eigenen Grenzen. Jeder Mensch geht diesen Weg, während seines jetzigen Lebens und darüber hinaus, was auch immer folgt.
Mit der Geburt starten wir in das irdische Leben und sind uns unserer Individualität gänzlich unbewusst. Zunächst tasten wir uns in eine fremde Welt vor und können nicht einmal ein Objekt mit unseren Augen erfassen. Langsam und voller Mühen strecken wir unsere Sinne und unseren Körper nach der irdischen Welt aus, um erkennen zu können, an welchem Platz wir angekommen sind. Nur langsam wachsen wir in die Welt der materiellen Dinge hinein.

Bis wir uns selbst als einen eigenständigen Körper begriffen haben, dauert es meist bis zum dritten Lebensjahr. Erst dann sind wir uns unserer körperlichen Identität bewusst und fähig, uns als „Ich“ zu benennen. Wir haben begriffen, dass es nicht genügt, uns die Hände vor die Augen zu halten, wenn wir uns im Versteckspiel vor anderen verbergen wollen.
Wir haben uns eine Individualität erschaffen, deren Grenze die materielle Welt ist. Wir kennen nur uns selbst, unsere momentanen Bedürfnisse und Triebe. Unser Blick ist eng und sprunghaft. Unser Bewusstsein ist auf die egoistisch körperlichen Belange reduziert. Wir schreien nach dem, was unser momentanes Bedürfnis ist. Sobald unser Interesse an etwas erloschen ist, lassen wir es einfach fallen und verlieren es sofort wieder aus den Augen.

In der Folgezeit wachsen wir Schritt für Schritt weiter in die körperliche Welt unserer Wahrnehmung hinein, doch beginnen wir darüber hinaus, einen geistigen Weg einzuschlagen.
Wir lernen, Dingen einen Namen zu geben und in abstrakten Bildern zu denken, beginnen in unseren Gedanken erste Räume zu generieren.
Wir wachsen in ein System von Verhaltensregeln und Wahrheiten hinein, woraus wir unsere Wirklichkeit bilden. Viele Menschen werden in ihrer Entwicklung nicht weiterkommen. Ihr Körper wird erwachsen werden, doch ihr Geist wird sich nicht mehr wesentlich fortentwickeln. Sie werden triebhafte Wesen bleiben, deren Lebensinhalt sich auf die momentanen körperlichen Bedürfnisse beschränkt.
Normalerweise beginnen wir im Alter von 6 oder 7 Jahren ein (verantwortungs-) bewusster Teil der Gesellschaft zu werden. Wir entwickeln uns zu bewusst sozial denkenden Menschen, die lernen ihr eigenes Handeln auch auf das (körperliche) Wohl ihres Umfeldes auszurichten. Unser Weltraum erweitert sich grundlegend, da wir beginnen, uns als Teil eines Systems zu erkennen, in dem wir uns immer weiter ausbreiten.
Zunächst nur im engen Rahmen der Familie, wachsen wir in immer größer werdende Gruppen wie Vereinsmannschaften und Schulklassen hinein und dehnen unser Denken aus. Wir generieren unsere Wahrheit aus immer weiteren Perspektiven und beziehen unsere Realität auf einen immer größeren Rahmen. Je umfassender unser Interesse am Leben wird, umso größer und direkter werden wir die Kreise unseres Lebens ausdehnen.

Mit der Pubertät durchbrechen wir die Bindungen der familiären Struktur. Ihr Inhalt trägt uns nicht mehr, das Kinderspiel im gehüteten Heim wird langweilig. Die Regeln werden zu eng, körperliche Selbstbestimmung bahnt sich einen Weg aus den Normen der Familie. Nicht sehr viele Jugendliche entwickeln sich während ihrer Pubertät bereits aus einer gesellschaftlichen Konvention heraus. Nur sehr wenige sind in ihrem Wesen so präsent, dass es ihnen möglich wäre, ihrer Bestimmung bewusst zu folgen. Sehr oft ist es anfangs eine triebgesteuerte Emanzipation vom Elternhaus, die nicht selten in Exzess und Alkohol einen Ausweg sucht. Zumeist ist es lediglich das Überwinden einer familiären Klammer, die zu enge Grenzen setzt.
Jugendkultur lebt überwiegend innerhalb enger Konventionen und hält sich an einer äußerlichen Hülle fest, weil die Weltanschauung nicht wesentlich über den Körper hinaussehen kann. Die Sehnsucht nach einem unauffindbaren Ich sucht sich Idole und beginnt, sich mit Äußerlichkeiten zu identifizieren. Trendbetont ist es überlebenswichtig der richtigen Gruppe anzugehören, innerhalb derer man sich als Überkonformer unter Konformen bestätigen lässt. Das körperliche Individuum will anerkannt sein. Hierfür dient ein banaler äußerlicher Wertmaßstab. Das Leben findet zwischen den Zwängen schulischer Erziehung und der Freiheit im persönlichen Freundeskreis statt.

Man wächst in die Fähigkeiten der geistigen Abstraktion und der logischen Interpretation hinein. Instinktiv äußerliche Wertvorstellungen wandeln sich in rational nachvollziehbare. Der schulische Alltag fördert eine intellektuelle Konformität und hemmt die individuelle Ausarbeitung der Kreativität. Nicht viele Schulabgänger haben eine ausdifferenzierte Vorstellung in Bezug auf ihre Berufswahl. Viele fügen sich in die Möglichkeiten und Perspektiven ein, die ihnen offen stehen. Häufig wiederholen sich die Traditionen, Kinder folgen den eingeschlagenen Wegen der Eltern. Das Maß für die Entscheidung ist häufig das Angebot am Markt, nicht das individuelle Potenzial, das es zu entwickeln gilt.

In dem Maß, in dem wir unsere Realität ausweiten, auf die wir unser Denken beziehen, werden wir uns die irdische Lebenswelt als konkreten Lebensraum erschließen.

Vielleicht erkennen wir uns schließlich als Bürger einer gemeinsamen Welt wieder, die keine Staatsgrenzen kennt. Wir haben unseren Verstand zwischenzeitlich in einem langen Weg des Lernens weit entwickelt, sind rational denkende Individuen geworden, die sich innerhalb der vorgegebenen Strukturen ausweiten. Wir werden nicht nur materiell, sondern auch geistig autark werden, wenn wir unser konstruktives Verständnis herausgebildet haben und die Konventionen des Lebens durch unsere individuelle Intention ersetzen.

Der weltlich-globale Raum ist uns zu eng geworden, so dass sich dieses Spielfeld vorübergehend erschöpft. Der Glaube an die Ausschließlichkeit der sichtbaren Welt, das angehäufte Wissen, das unsere Ratio erhob, genügt nicht mehr.

Neben der materiellen Realität existiert noch etwas anderes. Im Blick nach innen erscheint die Welt in einem neuen Licht. Kein anerzogener Wertmaßstab kann mehr genügen, den man noch nicht selbst erfahren durfte. Hinter jedem irdischen Abbild existiert eine Wahrheit und ein Sinn, hinter jeder Begegnung verliert sich eine Entscheidung, hinter jeder Weisheit beginnt die einkehrende Leere das Leben zu bereichern. Eine Welt entsteht auf Erden, hinter der die puren materiellen Möglichkeiten verblassen. Doch erst durch und mit der materiellen Welt wird eine nächste Realität geboren. Das irdische Leben darf durch das Individuum in eine nächste Substanz eintauchen, es beginnt seinen Blick nach innen in sich hinein zu wenden. Es wendet sich den Strukturen seines Denkens zu und beginnt seine Gedanken zu durchdringen. Hier findet es eine Welt vor, hinter der die irdisch-materiellen Möglichkeiten verblassen.

Die Rationalität reformierte das Leben grundsätzlich. Nun ist es die Fähigkeit, die die Wahrheit hinter der Intuition mit sich bringt, die das erfahrbare Leben völlig dreht.

Stets entwickelt sich der Mensch zu sich selbst hin, kommt seiner Wahrheit immer näher. Er wickelt sich aus seinen Hüllen aus, bis schließlich nur noch er selbst übrig bleibt. Er geht dabei seinen eigenen Weg, wählt seine eigene Geschwindigkeit und Intensität. Jeder beginnt bei der ihm eigenen Startposition und entfaltet sich im Rahmen der Möglichkeiten, die ihm gegeben sind. Hier gibt es kein Maß.

In der jüngeren Vergangenheit gibt es Anzeichen dafür, dass bereits Kinder das Licht der Welt betreten, die nicht in einem unbewusst rationalen Dasein, sondern bereits in einem sehr wachen und bewusst intuitiven Zustand geboren werden, den sie zumindest teilweise nicht wieder verlieren. Diese teils sehr fragilen und sensiblen Geschöpfe sind starke Zeichen der Veränderung. Sie sollten uns Perspektive und Anzeichen des Wandels sein.

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Gottes Welt auf Erden

Die Reformation des Weltraumes ist ein in sich verwobenes Spiel, welches sich fortwährend aufschaukelt. Wir können nicht detailgenau sehen, wohin es uns leiten wird. Jener, der noch weniger weit gegangen ist als wir selbst, wird unsere Vorstellungskraft, unser Bild der Realität, nicht nachvollziehen können. Sein Vermögen ist dafür nicht hinreichend. Zwangsläufig wird er uns und unsere Worte missinterpretieren, da er uns aus seiner Perspektive betrachtet. Er kann unsere Andersartigkeit nicht nachvolliehen, weil sich unsere Körper nur minimal von seinem unterscheiden und er nicht tiefer blickt.

Für den weniger Entwickelten ist es die spezielle Herausforderung Offenheit zu zeigen. Für den weiter Entwickelten jenen als Teil des Weges zu respektieren und die Größe der Schöpfung in ihm zu achten, die stets auch hier sprechen möchte. Wir alle sind gegenüber anderen entwickelter und weniger weit entwickelt, jeder in seinem individuellen Ausmaß - niemand ist deshalb zu verurteilen. Alle Wesen sind Gottes Geschöpf und sein Teil, wir alle gehen miteinander den Weg der Fortentwicklung. Jeder hat für jeden Lehren bereit. Es spielt letztlich keine Rolle, ob jemand bewusst oder unbewusst handelt, stets ist er zur Gänze Teil Gottes und spiegelt die Weisheit. Doch es ist eine Herausforderung der bewussten Existenz, dorthin zu sehen, wo die Weisheit zu Tage tritt. Die Aufgabe liegt im genauen und tiefen Überblick, damit wir immer weiter auf den Zyklen unseres Weges schwimmen, und nicht in die eine oder andere Welle zu vehement eintauchen und unsere Perspektive dabei verlieren.

Die Klärung des Blickes, das Weiten des Bewusstseins bedeutet vieles:

Es ist die Öffnung für die Liebe, damit sie durch uns in die Welt strahlen darf. Sie ermöglicht uns den Einklang in einer höheren Struktur.

Es bedeutet Klärung und Reinigung unserer Psyche, die Entschleunigung unserer Gedankenwelt. Möchte der Mensch die Qualität der Idee, die ihn belebt, immer feiner herausbilden, ist er selbst der Boden, den er dafür bereiten muss. Er muss sein Spektrum ausdehnen und seine Indentität harmonisieren.
Es bedeutet Zyklusbewusstsein und Transparenz, Nachhaltigkeit und Integration, Selbsterfahrung und Selbsterfüllung, woraus erst eine neue Qualität der Kreativität erschaffen wird.

Es ist die Durchdringung der Zeit, das Überschreiten von Planungshorizonten und der Sehnsucht nach der verlorenen Vergangenheit, um den allgegenwärtigen Augenblick zu erfüllen.

Es ist die Auferstehung der Qualität. Wir sollen uns verlieren, um uns zu gewinnen. Dies ist das Gegenteil von Aufgabe. Im lückenlosen Annehmen unserer selbst liegt der Schlüssel für unser Gedeihen. Es ist unsere Integration in die Wahrhaftigkeit von Gottes Gegenwart.

Wir möchten die Distanz, die zwischen unserem Bewusstsein und unserem Ursprung, zwischen dem Impuls, der uns bewegt, und dem Anteil, den wir daran haben, reduzieren: Wir glauben, eine Wahlfreiheit zu besitzen, doch entscheidet zumeist das Leben für uns. Wir glauben, wir selbst zu sein, doch spielen Dinge durch unseren Körper, die wir nicht verstehen. Wir glauben, uns selbst zu verantworten, doch wissen wir nicht einmal, was aus uns spricht.

Es gilt, die eine große Lücke zu erkennen, indem wir uns über uns und das Leben bewusst werden. Es ist die Lücke zwischen uns und dem, was wir Gott benennen. Nun ist sie gegenwärtig und möchte sorgsam verschlossen werden.

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Leser schreiben

•  "... ich bin begeistert.Es ist sehr philosophisch, anspruchsvoll geschrieben und überaus weitsichtig. Großartig! Ich habe mich oft in seinen Gedanken wiedergefunden." (Erika, 67, Rentnerin)

•  "Endlich ein Buch, in dem anschaulich und nachvollziehbar das geschildert wird, was hinter den Kulissen gegenwärtig auf der Erde stattfindet. Es wäre wünschenswert, dass viele Menschen über die Inhalte nachdenken, damit das Umdenken in der Welt schneller voranschreitet." (Sigi, 52 Jahre, Unternehmer)

•  "... ist es nicht nur ein optischer Genuss! Die gewählte Sprache und die wertvolle Gestaltung wachsen mit dem Inhalt zu einer stimmigen Einheit. Es ist ein gelungener, angemessener Rahmen für dieses Thema, das in unserer Gegenwart so wichtig ist, wie niemals zuvor" (Caro, 39, Stylistin)

•  "... herzlichen Glückwunsch zu deinem hervorragenden Buch. Habe es gestern fertiggelesen, gefällt mir ausgezeichnet, werde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Es spricht mir aus der Seele. Es beruhigt mich zu wissen, daß ich nicht der Einzige bin, der so denkt. Aber das Problem ist, wie du so schön schreibst, die kritische Masse. Hoffen wir, dass die Welt sich entwickelt, und nicht auf die Idee kommt, stehenzubleiben...! (Matthias, 32, Angestellter)

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