JENSEITS DER STILLE
Gedichtband
JENSEITS DER
STILLE
Gedichte
Robert Welscher | 2012
ISBN 978-3-941445-06-2
Neben Gedichten aus meinen anderen Büchern möchte ich weitere Gedichte zu einem Gedichtsband zusammenfassen. Drucklegung voraussichtlich in 2012. (Weitere Informationen an dieser Stelle)
Wenn selbst es
ist, das sich erklärt
Wenn nichts es braucht,
das es nährt
Wenn das Schweigen
vergibt und die Sonne verblendet
Die reinen Herzens sich
zu sich wendet
Wenn die Liebe erblasst,
in Demut vor sich
Erlöschen
Gedanken, finden Formen in sich
Die niemals waren, die
niemals so sprachen
Es erfüllt sich
das Leben und entlässt seine Fragen
Im Augenblick,
vergebenden Sinnes, blendender Stimme
Jenseits der Stille
herrscht Fülle für immer
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Robert Welscher | www.modulenature.com
Schreiben, lesen und fühlen
Bekehrte Ströme
Ich schätze Gedichte sehr, weil sie helfen, die Ebenen des alltäglichen oder des analytisch-vergleichenden Verstehens zu überwinden. Sie verlangen danach, gefühlt zu werden. Sie sind Anstoß und Inspiration, der Boden für innige Kontemplation. Dichtung lässt sich (wie jede Form kreativen Ausdrucks) nicht erlernen, ebensowenig wie die Interpretation lyrischer Texte: denn es verlangt danach, die ratonale Ebene, in der Wissen und Fakten jongliert werden, weit zu überschreiten. Worte möchten geduldig gefühlt und geachtet sein. Ihr Gehalt sind weniger die tatsächlich geschriebenen Worte - es sind vielmehr ihre Schwingungen, die ihre Resonanzen direkt im Leser erzeugen möchten. Denn hierdurch finden viele Worte erst den Resonanzboden, auf dem sie sich angemessen entfalten können.Kreativität bedeutet, dem lebendigen Fluss der allseits strömenden Grenzenlosigkeit eine Türe in sich zu öffnen, um sie durch sich zum Ausdruck zu bringen. Lernt man einmal, die eigenen Gedanken zu beruhigen und Vertrauen in der Leere zu fassen, dreht der Strom, den die Gedanken durch uns nehmen, seine Richtung. Von Erzeugern werden wir zu Bezeugern der Gedankenwelt. Eine beleerte innere Präsenz öffnet den Raum für bekehrte Impulse, die in Form bekehrter Gedanken sichtbar werden. Es spielt keine Rolle, wie wir diese Impulse durch uns verwerten. Die eine Quelle spricht in unzähligen Ausdrucksformen und Gesten an unendlich vielen Orten. Unsere Sprache ist nur einer unter vielen Mittlern.
Durch die Stille formen sich Geschichten, die sich mir in Gedichtsform vortragen. Ich geniesse es sehr, ein Zeuge dessen zu sein, was geworden ist. Wer Anteil nehmen möchte, ist von Herzen dazu eingeladen. Es sind bescheidene "Träume", "Phantasien", die "bescheidene" Geschichten mit sich bringen.
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Robert Welscher | www.modulenature.com
Zeit Geist
Verwandlung
Weißt Du nicht?
Die Erde
spricht mit Dir - die Liebe atmet Dich!
Weißt Du nicht? Die
Wahrheit singt in Dir - die Zeit vergibt dir nicht!
Weißt Du nicht? Die
Lüge kommt zurück - wird falsches Lob
entstellen!
Denn nur Du bist Herr
über die Macht, nur Du bist der Stern, der über Dich
wacht!
Nur Du bist dein Verzücken - so Du es zu Dir gebracht!
Hörst Du nicht?
Die Wahrheit schickt Dir laute Töne!
Hörst Du nicht? Ein Herz schlägt aus Dir - Du
solltest Dich versöhnen!
Hörst Du nicht?
Die Klänge der Natur - die Pracht des Einen Geistes?
Richte Dich - sei selbst
der Pfad! Die Zukunft wird Dich einen!
Lichte Dich - sei voll der Tat! Vergeb Dir Dein Verneinen!
Die Welt wird sich verändern.
Nicht fragen wird sie Dich, wenn DUs nicht tust - doch mag sie Dich
verblenden!
Die Welt wird sich bald schütteln.
Der Aufrichtigkeit Verzücken, der Impertinenz
Verblühen schicken!
Der Zeiger wird bald stehen,
Sei es das Jüngste Gericht - sei es das reine Sterben - die
Euphorie Gottes werden.
Der Welten Wandel äußert sich,
und wird nicht auf Dich warten - so Du nicht selbst die
Schranken fällst, Du solltest dafür danken!
Traue der Veränderung.
Denn sie ist nicht wahr, sie sieht nur Dich - als Spiegel
Deiner Selbst!
Fühle die Entsprechung.
Des Wesens Wert, das aus Dir spricht - der Wahrheit Wert - GeDanken.
Lerne lieben!
Rein belebt, klar durchdrungen - die Veränderung besungen.
Weißt Du nicht? Die Erde bist Du selbst - dem wahren Schein
vergebend!
Weißt Du nicht? Es ist nicht der Schmerz - der Segen ist zu
geben!
Weißt Du nicht? Die Zeiten werden enden - um sich nicht mehr
zu
verschränken.
Hörst Du nicht? Die Feinheit strahlt aus Dir -
sei voll der Andacht, um sie nicht zu verblenden!
Hörst Du nicht? Niemals wirst Du alleine sein - AllEins im
Wesen, selig HEIMlich enden!
Hörst Du nicht?
Niemals wirst Du vergehn - es singt in Dir das eine Lied, lass Dich
dazu bekennen!
Denn nur Du bist Herr
über die Macht, nur Du bist der Stern, der über Dich
wacht!
Nur Du bist dein Verzücken - so Du es zu Dir gebracht!
Sei Eins - und wach darüber. Dies ist deine Macht!
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Robert Welscher | www.modulenature.com
Würde
Empfinden
Wellen schlagen gegen
mich
Weich und hart
Unerbittlich in ihrer Folge
Langsamkeit
Bis das Ich erlischt
Bis die eine Wahrheit leuchtet
Wer bist Du
Wer ist Ich
Ist längst nicht mehr die Frage
Die Wachheit gräbt
Beharrlich leicht
Die Wahrheit mir zutage
Mit jeder Welle
Mit jedem Strahl
Den die Sonne in ihr bricht
Mit jedem Tag
Mit jedem Mal
Wenn die Welle in mir sticht
Weich im Herzen
Niemals gleich
Eins in dem Gesang
Der uns bewegt
Der in uns schwingt
Der eine Gottesarm
Der Menschen Würde
In Leichtigkeit getan
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Robert Welscher | aus UNGLAUBLICH † INDIEN | www.modulenature.com
Individuation des Herzens
Ein kleines Echo
Jenes, das in dir erschallt,
jenes sanfte weiche Glück,
der leise Hauch der Sonnenstrahlen,
gar schon zu grob geschmückt,
ist die Genügsamkeit in der Zeit,
die Macht die hier erschafft,
in Wundern gar entrückt.
Die Stimme die dir spricht,
weich angetan, gewogen,
stets in der Verheißung treu,
Ermächtigung der Wunden,
zeigt sich die Erlöserkraft,
der Einheit dort zutage,
wo leise fließt der Takt.
Die Einfachheit in dir zurück,
ermächtigt gar in Sinnen,
entschwebest du ins Glück.
Geheiligt sei dein Name, geehrt,
verbunden, im Echo der Zeit,
aufgegangen im Glück aller Einheit.
Vertrauen du bist,
unumwoben,
daheim bei deinem Schöpfer,
herangereicht ans Ziele der Vergänglichkeit.
Im Echo der Welten findest du dich ein,
erstrahlst im Takt der Zeit,
das dich schwingen lässt zur Mitte,
willkommen in der Ewigkeit.
Hab Dank mein Freund,
kehr nicht zurück,
der bitter Ernst dir graute,
versäumst du nichts in jenem Spiel.
Das leise Echo schwingt in dir,
so laß dich fallen,
hinein in deine Zeit,
hinein in das Geleit des Glücks.
In dem du stehst,
in lächelnd Herz vereint.
So sei zufrieden einfach, froh,
genüg dem Glück des Sein,
im Echo der Verbundenheit.
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Robert Welscher | aus HEIMWEH NACH MORGEN | www.modulenature.com
Wahrheit
Gedanken
Man sagt, nur der Herrgott
kenne die Wahrheit.
Nur er habe die Größe, nur er sehe die
Wahrhaftigkeit.
Doch was wäre, schwebte er nicht über uns,
sondern belebte sich durch uns und unser Antlitz?
Wir verleugneten ihn,
solange wir ihn anbeteten.
Wir verstießen ihn, verbannten wir ihn über uns.
Erst dann würde er lebendig, bekannten wir uns unsrer selbst.
Wir priesen ihn, wenn er durch uns lebte. Er hätte eine Form.
So lasst uns sehen, und
aufrecht stehen.
Begreifen unsre Wahrheit.
Selbst wenn es schmerzt, es allseits tobt,
geboren wird die Einheit.
Erheben wir den Gott in
uns, und sehen unsre Fehler,
begreifen Unzulänglichkeit und Wachstum,
sehen das goldene Zepter.
Das in uns schwingt.
Hinter der Zeit keimt unsre
neue Wahrheit, über die
wir schon sehn.
Optimismus verbreiten - selbst Verstehen.
Unsre neue Wahrheit.
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Robert Welscher | aus DIE REFORMATON DES WELT • RAUMS | www.modulenature.com
Wunder
Schöne Tage
Wie der Schnee
über schroffe Spitzen, scheint sanft
das Wunder
hervor.
Wie der Herr im Geiste die Einigkeit erkor, lässt scheinbar
einsam er uns sitzen -
hier, wo sich das Paradies verlor, wo die Gemüter sich so
schnell erhitzen.
Langsam scheint es, sagt es uns, vollzieht sich hier der Wandel.
Wir sehen Trübsal, überall, durch es zieht sich der
Wert empor -
alles wird er verwandeln. Schallen wird der Engelschor.
Der Wert wird zu uns sehn, in dem wir uns behandeln.
In engen Brüdern Feinde sehn, sich versagend in ihren
Schranken.
Geh du deinen Weg, mein Held! Der Schöpfer wird dir danken!
Der Wert - im Wesen zeigt er sich - entschwunden bald von Sinnen.
In Reinheit, Einheit, Urgewicht - lässt er sich erklingen.
Gereinigt, geheilt, zum Schöpfer gereift, verbindend.
Die Strahlen der Macht sind sanft - unbedeutend auf den ersten Schein.
Die lieblose Masse verkrampft - erlischt in ihrem Gebein.
Schöpfer, Schöpfer - weiche Hände! - Wohin
willst du fliehn?
Sag mir!
Freude im Gewissen, bald ist es vollbracht,
verzagen, zaudern aufgelöst, gefallen alle Schranken.
Folg der Freude im Moment - sieh nicht hin, wost stehst.
Atme tiefe Hoffnung ein, werde nicht nervös.
Sei leise laut, allzeit dort. Festige den Sender.
Die Tracht der Einheit, in einem fort, das einzige Geländer.
Gelassenheit, gewissenhaft - Vertrauen in den Schöpfer -
das ist reine Gottesmacht, verlangt von dir kein Opfer.
Die Feinheit sanft in dich gedrungen, der wahre Kern befreit,
die Sehnsucht Gottes überwunden, im Engelschor vereint.
Die Reinheit atmet dich, hat dich längst durchdrungen.
Die Wahrheit überkommt dein edles Herz, die Schwere
überwunden.
So lass dich sein - einfach, stark, den tiefen Trieb entfachen.
Des Schicksals Schlägen eingedenk, der Herr wird dich bewachen.
Bist du doch sein Herz, seine Gewalt - schöner Tage Hort.
Die Allmacht ist erschaffen, präsent durch dich vor Ort.
Hab Dank - des Schöpfers Wille ist -
die Sehnsucht überwunden!
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