INTEGRAL EFFICIENCY
Der Kontext
Wir
werden das Leben auf unserem Planeten nur dann besser machen, wenn wir
unser Denken und Handeln konsequent reflektieren und neue Wege
für die Zukunft einschlagen. Es wird jedoch keinesfalls
genügen können, an wenigen Stellschrauben in unseren
Gesetzestexten zu drehen und ansonsten weitgehend in dem bisherigen
Stil weiterzumachen. Im Zentrum unseres Lebens thront eine dogmatische,
neoliberale Weltmarktordnung. Ihr Kredo lautet Wirtschaftswachstum. Die
Kräfte des Marktes sollen für eine angemessene
Versorgung der Weltbevölkerung die besten
Lösungen bringen. Nicht einmal in Zeiten der Krise, in der
diese Idee als umfassend gescheitert anzusehen ist, lässt man
von ihr ab. Stattdessen stürzt man sich noch vehementer
darauf, versucht noch effizienter zu sein, bemüht noch
maßloser kurzfristige Maßnahmen.
Unsere Welt ist maßgeblich von einem ökonomischen Verständnis von Effizienz geprägt. Ohne effizientes Denken und Handeln wären die phantastischen Errungenschaften der Neuzeit wohl nicht möglich gewesen. Effizienz ist ein Grundpfeiler für die Entstehung unserer modernen Lebenskultur!
Doch wir sind
heute längst in einer neuen
Wirklichkeit angekommen, in der das, was wir bislang unter Effizienz
verstanden, nicht mehr gelten kann.
Schmerzhaft
müssen wir in
weiten
Bereichen des Lebens zur Kenntnis nehmen, dass unsere Ideologien
versagen. Sie sind nicht für eine globale Welt entworfen
worden. Die Annahmen, auf Grund derer sie erdacht wurden, spiegeln
nicht mehr den tatsächlichen Stand unserer Entwicklung wider.
Wir
haben uns in unserem Wesen und in unserer weltlichen Entwicklung zu
weit über dieses Entwicklungsstadium hinausbewegt.
Unsere Welt
benötigt ein
neues und umfassendes Verständnis von Effizienz,
das einem
umfassenden Verständnis des Lebens Rechnung trägt.
Das, was wir bislang unter Effizienz verstanden, ist weder unserem Erkenntnis- und Entwicklungsstand, noch den globalen Erfordernissen angemessen.
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Robert Welscher | Bild: Mt. Kinabalu, Borneo | www.modulenature.com
INTEGRAL EFFICIENCY
Eine neue Definition
INTEGRAL EFFICIENCY:
"MIT UMFASSENDEN UND ANGEMESSENEN MITTELN UMFASSENDES UND ANGEMESSENES WACHSTUM ERZEUGEN".
INTEGRAL: Umfassend, holistisch
EFFICIENCY:
Ziel (Nutzen) des Lebens ist das Wachstum
(Individuation, integrales Wachstum)
Basis (Aufwand) des Lebens sind gleichermaßen die
natürliche Umwelt
und der Mensch in ihrer umfassenden (körperlich-geistig-seelischen)
Form
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Robert Welscher | www.modulenature.com
INTEGRAL EFFICIENCY
Effizienz: holistisches Wachstum
Das Leben ist ein ewig scheinender Prozess der Fortentwicklung. Es wächst an Gehalt und Komplexität. Für den Menschen bedeutet dies einen ständigen Zugewinn an Bewusstsein, Fähigkeit, Fertigkeit, Ausdrucksmöglichkeit, etc. . Wir sind auf der Erde, um als menschliche Wesen in dem uns hier anvertrauten Rahmen Erfahrungen zu sammeln. Das eindeutige Ziel ist unser Wachstum, wodurch wir immer höhere Zustände der Wahrheit offenlegen und neue Schaffens- und Schöpfungsprozesse möglich machen. Die Ressourcen hierfür bietet uns die Natur in ihrer gesamten Beschaffenheit, von der wir ein Ausschnitt sind.
Bislang verstehen wir unter Wachstum materielles- oder Wirtschaftswachstum. Der mikroökonomisch geprägte Effizienzbegriff bezieht sich auf Güter und Ressourceneinsatz und regiert den rationalen Menschenverstand. Es ist der Ausdruck der Abkopplung des Wissens und der strengen Logik, eines entfremdeten Regelintellektes von den tatsächlichen Gegebenheiten des Lebens. Die Reduktion der menschlichen Realität auf die Welt der sichtbaren und messbaren Phänomene ist die Hauptursache dafür, dass wir zielstrebig in die Maßlosigkeit abgleiten und Konsum und Besitz über alles stellen. Unsere Rationalität zeigt sich gleichermaßen wunderbar und vollkommen schwachsinnig, notwendig und übergreifend sinnfrei. Sie züchtet gleichzeitig bahnbrechende Errungenschaften und desaströse Mutationen, die unsere irdische Zukunft ermöglichen und schwer auf ihr lasten.
Wir müssen Effizienz aus einem umfassenderen Weltverständnis heraus definieren und sie konsequent in unsere Realität übersetzen. Sie muss sich dem umfassenden Wachstum verschreiben: Im Fokus steht das wesentliche Wachstum - der Prozess der Individuation. Die materielle Welt und ihre Entwicklung ist lediglich ihr Rahmen, ihre Hülle. Wir müssen uns auf den Gehalt des Lebens ausrichten, auf seinen wahren Wert und seine Qualität. Wir dürfen den Gesamtkontext nicht reduzieren. Technologische Entwicklung darf nicht wichtiger sein als die Herausbildung unseres Bewusstseins, unserer Kultur oder unserer Vision. Wir müssen nicht punktuell, sondern integral vorgehen. Das bedeutet, den individuellen Entwicklungsstand des Einzelnen und der unterschiedlichen Bevökerungsgruppen unter der Prämisse ihrer Weiterentwickung einzubeziehen. Es gilt, die Stufen der Entwicklung in ein Gesamtmodell zu integrieren, um auf allen Entwicklungsniveaus angemessenes Wachstum erzeugen zu können. Ein maßvoller Umgang mit den begrenzten Ressourcen unserer Umwelt ist hier nur eine Grundbedingung, die minimale Voraussetzung.
Wir müssen das Leben von seiner Quelle beginnend betrachten, nicht nur den Ort, an dem sich der Fluss des Lebens in das sichtbare Meer der Äußerlichkeit ergibt. Jede Ausprägung der Existenz ist der Ausdruck einer ihr zu Grunde liegenden Informationsstruktur. Entwicklung bedeutet, die bereits vorhandene Intelligenz durch unser Wachstum zu entschlüsseln. Forschung bedeutet, das noch Unentdeckte, das aber bereits existiert, offenzulegen. Entwicklung in der Forschung ist gleichbedeutend damit, den gleichen Forschungsgegenstand mit immer umfassenderen Mitteln und aus immer umfassenderen Betrachtungsweisen aufzudecken. Insofern ist jeder wissenschaftliche Erkenntnisstand mit Irrtum gleichzusetzen, denn er spiegelt nur eine Momentaufnahme wider, die darauf wartet, durch einen höheren Kenntnisstand ersetzt zu werden. Hier ist auch jeder einzelne Mensch ein Forscher. Denn er ist der alleinige Erforscher seiner wahren Identität, aus der er erst das Maximum seiner Kreativität und Leistungskraft zur Entfaltung bringen kann. Effizienz bedeutet demnach auch, umfassende Forschung am Leben zu betreiben und die Möglichkeiten dafür zu schaffen.
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Robert Welscher | Bild: Mt. Kinabalu, Borneo | www.modulenature.com
INTEGRAL EFFICIENCY
Effizienz: individuell und gemeinschaftlich
Für das konkrete Leben bedeutet dies, dass unser Effizienzverständnis verstärkt auf die Entwicklung des Einzelnen ausgerichtet werden muss. "Soft skills" werden nicht zufällig immer wichtiger in unserem Leben - sie sind Kennzeichen für den nächsten Schritt auf der Leiter der Evolution. Sie gehören in das Zentrum des Lebens, weil die Gesellschaft nicht dadurch profitiert, dass sie ihre Mitglieder maßregelt, indem sie sie auf Äußerlichkeiten justiert. Langfristig wird sie nur deshalb besser werden, weil sie aus entwickelteren Individuen besteht.
Der Einzelne ist die Substanz der Gemeinschaft. Möchten wir uns als Gesellschaft entwickeln, müssen wir die Möglichkeiten zur individuellen Entwicklung schaffen. Dies bedeutet nicht lediglich Wissenstransfer und intellektuelles Wachstum. Vielmehr geht es um Herzensbildung, die Herausbildung individuell veranlagter Fähigkeiten, um Intuition und die Fähigkeit, Visionen zu erschließen und ein inspiriertes Leben zu kultivieren.
Auf dem Weg der Individuation gelangt der Mensch zwangsläufig an den Punkt, an dem er sich selbst als einen maßgeblichen Teil der Gesellschaft erkennen kann. In unserer gegenwärtigen Phase der Weltgeschichte sollten wir unsere Anstrengungen in diese Richtung bündeln. Effizienz sollte sich dem Ziel der individuellen Entfaltung unterstellen. Dabei werden wir nicht weniger technologischen Fortschritt oder materielles Wachstum generieren, im Gegenteil. Es gilt zu vermuten, dass uns dadurch einige schmerzhafte Umwege erstpart bleiben.
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EcoSocial
AllEin - Vielfalt und Schöpfung
Wie es der Indische Visionär SRI AUROBINDO (wie unzählige andere Weise) so überaus undogmatisch und tiefgründig formulieren konnte: jede Existenz strebt zu Gott. Je näher wir unserer Urspünglichkeit bewusst entgegentreten, umso mächtiger und ausgedehnter wird unsere Schöpferkraft in Wirkung gehen. Durch unsere eigene, tiefgründige Entwicklung erwecken wir die Vielfalt zum Leben.
Ist es nicht das größte Glück des Menschen, das zu leben, was er ist? Ist es nicht das höchste Gut auf Erden, die eigene, bestmögliche Leistung der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen? Die Entwicklung zu uns selbst ist kein Abgleiten in narzistischen Egoismus, es ist das Gegenteil! Erst durch die wahre Ausformung der eigenen Identität, durch das tatsächliche, gelöste Ego, öffnen wir der Schöpfung eine Türe, die unserer kollektiven Entwicklung den größtmöglichen Dienst erweist.
Jede Interpretation von Effizienz, die weniger als das im Sinn hat, muss sich früher oder später selbst überholen. Sie wird Mutationen produzieren und Schmerzen erzeugen. Die entiwickelteren Geister unserer Welt sollten langsam entwickelt genug sein, um aus dem ewig scheinenden Rad des Leides auszusteigen.
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