HEIMWEH NACH MORGEN

HEIMWEH NACH MORGEN ist:

... ein Plädoyer, den eigenen Weg selbstbestimmt und bewusst zu gehen
... eine Dokumentation aus einer neuen Welt, die unter uns zuhause ist
... die Ermutigung zum Glauben und eine Warnung vor Leichtgläubigkeit
... Erzählung und Kontemplation
... eine Antwort auf das Leben, das sich uns fraglos gegenüberstellt
... ein Ansatz, der dem Einzelnen ein erfülltes Leben verspricht
... die Aufforderung zu Offenheit und Reflexion, Mut und Entschlossenheit

... die Hoffnung auf das individuelle Wachstum in allen Menschen!

Das Leben verlangt nach uns selbst. Individualität und Selbstverantwortung sind ein notwendiger Erfolg unserer Entwicklung. Der Drang, uns selbst zu entdecken und unsere individuelle Wahrheit zu erfahren, ist ein bestimmender Baustein unserer Natur, ohne den das Leben sinnlos wäre.
Spirituelles Interesse und Selbsterfahrung sind modern. Nach einer kurzen Epoche strenger Rationalität, die unsere Leistungsgesellschaft erst möglich machte, Hochtechnologie und eine neue Kultur des Zusammenlebens erfindet und die Umwelt ins Desaster lenkt, beginnen wir neu über Ethik und Moral nachzudenken.
Wir entwickeln ein Bewusstein dafür, dass wir mit unserem Handeln für uns und die Welt gleichermaßen verantwortlich sind.
Und langsam reift uns die Erkenntnis, dass wir nur dann auch ökonomisch effizient leben können, wenn wir mit Freude und Engagement unser eigenes Leben ausfüllen.
Individualität und Gemeinwohl widersprechen sich nicht, ganz im Gegenteil. Die selbstverantwortliche Individualität ermöglicht uns erst ein erfülltes Leben in der Gemeinschaft!
Hierfür ist jedoch die Weiterentwicklung unseres Geistes unumgänglich. Wir sollen nicht nur unsere Psyche klären und gebildete und intelligente Menschen sein. Darüber hinaus werden wir in unsere Intuition wachsen und inspirierte Wesen werden, die ihr Verständnis über die Wahrheit grundlegend erweitern.
Rationalität und Spiritualität bilden eine Einheit, aus der heraus wir uns erst wahrhaft lebendig werden lassen.

HEIMWEH NACH MORGEN
Zeit für Selbstverantwortung
Robert Welscher | 2009 | 320 Seiten | Hardcover
ISBN 978-3-941445-00-0
VK 22 Euro | Druck 2009/2010 geplant

ISBN 978-3-941445-07-9
Als e-book (PDF) sofort erhältlich
Als Vorabdruck für 20 Euro als Taschenbuch sofort erhältlich: (Gleicher Inhalt, jedoch sprachlich nicht überarbeitet)

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MODULENATURE 

Einleitung

Zeit für einen grundlegenden Wandel

In diesem Buch finden sich Gedanken über unsere Gegenwart.
Über das, was wir in Raum und Zeit als unsere Realität erkennen können.
Über den Kurs, den das Leben mit uns nimmt, und den wir selbst einschlagen.
Über Sinn und Verfehlung, Illusion und Anmaßung.
Über den tatsächlichen Tod des Lebens und die wahre Lebendigkeit des Todes.
Über das Phänomen der Besinnung - das Geschehen der Transzendenz.

Über Formen menschlicher Gedanken, die erst noch zu entdecken sind.

Unsere epochale Gegenwart ist wunderbar - es erschafft sich eine neue Welt. Die Wellen der Veränderung möchten uns dazu ermutigen mit ihnen zu treiben. Wir sind eingeladen, die bewussten Reisebegleiter unserer Selbst zu sein.

Der tiefgreifende Wandel zeigt sich in immer deutlicheren Konturen am Tageslicht des Zeitgeschehens. Unsere einst unergründlich weite Welt vernetzt sich und beginnt eine Einheit zu formen, die vom Menschen insgesamt genutzt und beherrscht wird. Lebensmodelle, die wir in der Vergangenheit entwickelten und die uns lange dienten, können dem Tempo der Veränderung immer weniger standhalten. Mehr und mehr Menschen sind gezwungen, ihr gewohntes Leben aufzugeben, da es als tragfähige Basis für die Zukunft nicht mehr genügt. Staatenbunde gehen in neuen Formen auf und verändern ihre Substanz.
Dies ist überall auf der Erde gleich. Das Leben eröffnet völlig neue Perspektiven und sucht nach alternativen Wegen, die es bislang noch nicht gab. Es stellt neue Anforderungen an den Menschen, der Altes von sich abstreifen und sich neu sortieren soll. Selbst die materiell verwöhnten Bürger reicher Industrienationen zieht es mit in einen Strudel, der ihnen Sicherheit entzieht und Missstände aufdeckt. Das Leben konfrontiert uns so ehrlich und unmittelbar wie nie zuvor und zwingt uns, unsere Wahrheit grundlegend neu zu überdenken. Vieles ist aus dem Gleichgewicht geraten und bedroht das Leben. Weil wir für unser Handeln verantwortlich sind, müssen wir für die Fehler der Vergangenheit einstehen.

Die wahren Missstände offenbaren sich besonders deutlich in dem Gewicht, das der Mensch Geld und Erfolg, der materiellen Äußerlichkeit, beimisst. Noch ist er weitgehend von einem ganzheitlichen Bewusstsein abgetrennt und offenbart sehr wenig Verständnis für Ethik und Moral.
Geld ist etwas Neutrales und überaus Nützliches, es ist weder gut noch schlecht. Es ist auch nicht in der Lage, Missbildingen zu erzeugen. Ausschließlich das unterentwickelte Handeln des Menschen verursacht Unrecht in all seinen abstrusen und kreativen Ausprägungen. Das menschliche Verständnis von der Welt ist ungenügend. Mit gutem Grund sehen wir schwierige Zeiten aufziehen. Es wird das folgen, was unserem  Handeln angemessen ist. Wenn wir auf Besserung hoffen, dann sind wir dazu verdammt, ein umfassenderes Bewusstsein herauszubilden und dementsprechend zu agieren.

Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die ausnahmslos alle Lebensbereiche und die gesamte Erdengemeinschaft betreffen. Die nachweisbaren Missstände der Gegenwart rütteln uns auf und zwingen uns dazu, unsere Einstellung grundlegend zu überdenken. Es existieren tiefer ansetzende Werte und Wahrheiten als diejenigen, auf denen wir die Gegenwart errichteten. Es ist höchste Zeit, dass wir sie erkennen und unser Handeln für die Zukunft daran ausrichten. Wir selbst verschulden alle Schwierigkeiten der globalen Gegenwart, weil wir zu oberflächlich, zu unreflektiert und egozentrisch handeln. Das Bild unserer Wahrheit erweist sich längst als mangelhaft. Es wird sicher nicht dienlich sein, immer weiter die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Der Berg unserer menschlich-kollektiven Hypothek auf das Leben schwillt unaufhörlich an.

Die Frage wirft sich unweigerlich auf, in welche Richtung wir den Prozess der Veränderung lenken können. Werden wir die Welt nachhaltig verbessern und die Turbulenzen beruhigen, oder vor den Folgen unseres unbedachten Handelns bald völlig darniederliegen? Längst gehen wir nicht mehr barfuß über die Erde. Wir leben in der Lichtgeschwindigkeit der Glasfaserkabel und benötigen nur einige Stunden, um bis auf die andere Seite der Erde zu reisen. Die Gegenwart ist nicht mehr so, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten gewesen war. Und unsere nächste Zukunft wird uns mit Sicherheit ein Leben bescheren, das noch viel unvorstellbarer sein wird.

Der Zeitpunkt ist gekommen, an der nur die bewusste und entschiedene Flucht nach vorne als Erfolg versprechender Ausweg übrig bleibt.

Der Same der Entwicklung lässt eine Pflanze gedeihen, deren Blüte mit aller Macht aufgehen will. Sie stemmt sich allen Widrigkeiten entgegen, weil sie ihre Schönheit über der Welt ausbreiten möchte. Der Same ist gesät, die handelnde Menschheit ist ihr Boden. Nähren wir sie so offen und mutig wir können, um der Welt nicht nur eine neue Erscheinung zu verleihen, sondern sie mit Wert, mit Wahrheit und Freude, mit Fähigkeit und wahrer Effizienz auszufüllen.

Kritisch hinter den Vorhang des Zeitgeschehens zu sehen, das Leben transparent zu machen und Anstoß zu sein, damit sich die menschliche Welt schneller aufrichtet und sich geradewegs dem Licht entgegenstreckt, sollte für uns alle zur aufrichtigen Selbstverständlichkeit werden. Was nützt es uns, rational entwickelt, kultiviert und gebildet zu sein, wenn wir den überfälligen nächsten Schritt nicht wagen?

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Fragen

Es wirkt auf mich so, als würden nicht wenige von uns ausgesprochen „genügsam“ durch ihr Leben gehen. Kann man sich wirklich mit lapidaren Gegenständen zufrieden geben? Bietet das Leben nicht viel mehr?

Hin und wieder schlendere ich durch die Ladenmeilen der Münchner Innenstadt. Eines Samstags, Oktoberfest und ein Heimspiel vom FC Bayern ist auch, finde ich mich im dichtesten Vorabendgewühl im Epizentrum der shopping rush hour wieder. Am Marienplatz lasse ich mich für einige Zeit nieder, um dem internationalen Treiben beizuwohnen. Modebewusst tragen auffallend viele, saisonal bedingt, eine bayerische Festtracht. Die deutsche Sprache ist wenigen Passanten geläufig, Hochdeutsch spricht man selten. Sein neues Dirndl zur Schau zu tragen ist wohl auch mit einem slawischem Akzent en vogue. In der Menge sehe ich irgendwo zwei Menschen lächeln.

Irgendwie schwingt dort ein leichtes Unbehagen in mir. Eine selbsternannt kosmopolitische Atmosphäre sollte reizvoll sein und mich inspirieren. Doch tatsächlich fiel es mir noch immer schwer, hier ein weltoffenes Flair zu verspüren.

Hordenweise passieren mich in Tracht verkleidete Menschen. Das Sein des Scheins kauft sich in ein idealisiertes Bild der bayerischen Aussendarstellung ein, und geht Maßkrüge stemmen. Ich frage mich, wie diese Kleidung zu einem alkoholbedingten reset des Gedächtnisses beitragen kann. Noch immer ist mir der Genuss des kollektiven Besäufnisses, auf Absprache und mit System vollzogen, völlig verborgen geblieben. Und gar noch weniger kann ich die Verwendung einer speziellen Kleidung verstehen, in die man sich zu Abertausenden für diesen wohl einzigartigen und außergewöhnlichen Anlass überkonform ergibt. In meiner unsäglichen Unwissenheit drängt es mich allerdings dazu einzugestehen, dass sich mir auch der Wert hinter dem Wort Tradition zumeist verwehrt, wenn ich mich darum bemühe, seine Beweggründe nachzuvollziehen.

Ein enger Freund von mir hatte die Idee, auf der „Wiesn“ einen besonderen Film zu drehen. Aufgenommen aus der Perspektive von Kinderaugen und spät abends, wollte er per Nahaufnahme die nackte Wahrheit in Szene setzen. Auf der Welt größtem Fest der Tradition und der bayerischen Gemütlichkeit dem Boden der Tatsachen ein Stückchen näher. Unmittelbar am Ungemach der Schattenseiten zivilisierter Genüsse. Ein Bild, gezeichnet im Epizentrum eines soziodemographisch repräsentativen Schlachtfeldes. Die Wiesenwirte und die Stadtverwaltung zeigen sich angesichts eines neuen Besucherrekordes zur Halbzeit traditionell zufriedengestellt. Was sich an kaltem Bier bei kaltem Wetter nicht umsetzten ließ, überkompensierte der Durchlauf von Glühwein. In diesem Jahr ist das wohl der Frühstart für den Weihnachtsmarkt - die Läden sind auch schon voll mit Lebkuchen und Spekulatius. Vielleicht lassen sich am Festplatz ja schon Nikolausmützen zum Wärmen der Ohren erwerben, als Ersatz für den gerne genommen Filzzipfel positioniert, und für den semiprofessionellen Alkoholkonsum in China produziert. Sie wären auch lange genug, um sie sich notfalls über die adrig-rote Nase zu ziehen.

Vielleicht bin ich einfach zu genügsam. Ich genieße es, alleine durch die Stadt zu schlendern, meine Blicke langsam schweifen zu lassen, und, wenn mir danach ist, in einem Kaffeehaus Platz zu nehmen. Dabei hatte ich schon zwei Wochen meines Lebens als „Profi“ halbe Hühner und Enten auf schweren Tontellern durch das Festzelt getragen. An die Verkleidung in Lederhose und Leinenhemd mit Stehkragen konnte ich mich nicht gewöhnen, und der allnächtliche Weg nach Hause durch den Sumpf des übriggebliebenen Mitternachtspublikums am Festplatz war mir stets ein Graus.

Nachdem ich zwischenzeitlich mein Getränk geleert, und mich vom wetterfesten Plastikrattanstuhl der mediteran- bayerischen  Lifestylegastronomie erhoben habe, spaziere ich weiter in Richtung Residenz hinauf. Während mein Körper Schritt für Schritt vor sich setzt und mein Blick durch mich hindurch schaut, wie durch trübe Umrisse einer plastifizierten Scheinwelt, an deren Hindernissen ich nicht anstoßen möchte, denke ich über die Menschen nach, und welche Themen wohl durch ihre Gedanken strömen mögen. Was ist denn dieses Mysterium, das meinen Körper und meinen Geist bewegt? Warum gehe ich oft viel langsamer als andere? Warum zieht es mich immer seltener durch Geschäfte? Früher ging ich doch regelmäßig und gerne shoppen. Warum verweigern mir manche Menschen den Blickkontakt, wenn ich sie anlächle? Kaufen gleiche Menschen in gleichen Geschäften gleiche Waren? Stimmt es, dass man von dem geprägt wird, was man wahrnimmt? Wenn man nichts wahrnimmt, prägt einen dann das Nichts? Oder hängt es davon ab, wie man nichts wahrnimmt? Oder in welcher Intensität oder Penetration? Was wird, wenn man vom Nichts geprägt wird? Welche Gedanken vermag das Nichts anzustoßen?

Hängt der Lebensweg davon ab, was man erlebt und wie man es verarbeitet? Oder verarbeitet es sich von selbst und man braucht es gar nicht bewusst wahrzunehmen? Könnte es sein, dass es sich von Fall zu Fall anders verhält und zudem bei jedem Menschen unterschiedlich ist?

Weshalb?

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Fragen

Wenn ich regelmäßig unregelmäßig morgens ins Stehcafe gehe, um bei der Tageszeitung den Tag zu eröffnen, erfahre ich stets seltsam anmutende Dinge. Das Weltgeschehen folgt sich ständig wiederholenden Mechanismen, deren Zyklen sich verjüngen. Gleiche Ereignisse kehren wieder, doch sie verändern ihr Gesicht und erscheinen immer schneller und direkter. Schon vor einigen Jahren sprach man von Beschleunigungsprogression. Beschleunigung beschleunigt.

Sklaven, die als Ruderer auf Galeeren verbracht wurden, hatten einen Taktgeber. Diesem mussten sie sich wahllos beugen. Zeitungen und Nachrichtensendungen erinnern mich, in ihrer unregelmäßigen Regelmäßigkeit, an die Sklaven an den Rudern, die ungefragt willenlos funktionieren müssen. Sie glauben ein Schiff zu steuern, doch folgen sie lediglich einem fremden Takt, dem sie auf Gedeih und Verderb ausgesetzt sind. Vielleicht wissen sie weder, woher der Takt erschallt, noch welchen Regeln er folgt, doch sie dienen ihm und arbeiten ihm energisch zu. Der Sklave unter Deck sah sich unter seinesgleichen eingesperrt, seine Welt war die schweißgeschwängerte Feuchte unter knarzenden Planken. Nur durch einen kleinen Spalt konnte er hinaus in die Welt sehen. Er war ein beherrschter Diener fremder Ideen und Ideale, Mittel für einen fremden Zweck. Die gesamte Galeere diente. Heute dient man der Beschleunigung. Die Beschleunigung als ein globalisierter und allmächtiger Mechanismus, der sich in die Medienlandschaften eingepflanzt hat, um ihre multiplizierende Wirkung zu benutzen.

Durften wir in sanftem Kindesalter Beschleunigung erfahren, waren wir schier unersättlich fasziniert und voller Erwartung. Nicht selten zog es uns buchstäblich den Boden unter den Füßen weg. Stets hatten wir jemanden, der uns hilfreich zur Seite stand. Unbeschwert und fraglos stürzten wir uns in das Abenteuer. Kindern fällt es oft leicht, sich auf das Neue einzulassen und sich darin zu entdecken. Um einen festen Boden unter den Füßen sorgen sie sich nicht. Wenn die Beschleunigung ihren magischen Reiz entfacht, schießt man nur zu leicht - wie ein überschwänglich euphorisches Kind - über das Ziel hinaus. Leicht verliert man dann das Gleichgewicht.
Heute beziehen wir uns auf die Meinung von gebildeten und offensichtlich erwachsenen Individuen. Ob der Boden, auf dem sie ihre Meinung stützen, dünn oder dick ist, wissen wir nicht, doch reflektieren und begründen wir unser Denken an dem, was sie uns präsentieren. 

Wir glauben aufgeklärt und gebildet zu sein, halten uns für kultiviert und entwickelt, doch die Beschleunigung zieht uns den Boden unter unseren Füßen weg. Irgend etwas stimmt offensichtlich nicht. Wir sind im Fundament erschüttert.

Wie stabil ist dein eigener Boden?

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Fragen

Die Deutschen werden alt. Politiker aller Gruppierungen predigen mahnend gegen die Überalterung. Der Chefvolkswirt einer bedeutenden deutschen Finanzinstitution verweist auf das Lohnniveau außer Landes und die globalen Wettbewerbsbedingungen. Arbeitskraft müsse billiger werden. Er schlägt vor, bei gleicher Entlohnung die Wochenarbeitszeit zu erhöhen und das Renteneintrittsalter anzuheben. Mindestens bis zum siebzigsten Lebensjahr sollte man in Brot und Arbeit stehen. Vierzehnjährige Jugendliche sollten in Form unentgeltlicher Praktikumstätigkeit automatisch in den Arbeitsalltag eingebunden sein, um das Rüstzeug für den späteren Lebensalltag zu erwerben. Eine Streichung des Tages der Deutschen Einheit sei politisch leichter durchsetzbar, als eine Verlängerung der Wochenarbeitszeiten. Wichtig sei, dass es schnell geht.

In meiner Einschätzung, als Unbeteiligter, basiert der Erfolg vieler Unternehmensberatungen darauf, kurzfristig Kosten zu kürzen. Die Ware Mensch fällt per Outsourcing aus den bisherigen Kreisläufen heraus, indem man sie vom Menschen zum Produktionsfaktor reduziert. Heute florieren Zeitarbeitsfirmen, die Fachkräfte billig anstellen und sie kostengünstig weiterverleihen. Man ersetzt kurzerhand die Organisationsform und brüstet sich bald mit einem Unternehmensgewinn, den man zumindest teilweise dem eigenen Humankapital entreißt. Die Moral des Marktes verlangt die Unterordnung des Produktionsfaktors Mensch.

Ein deutscher Großkonzern baut Arbeitskräfte ab. Während der Pressekonferenz verkündet der allseits geschätzte und wohl honorierte Vorstandsvorsitzende in einem Atemzug ein Rekordergebnis und versetzt sich stolz auf die Bezüge des Aufsichtsratsvorsitzes. Wenig später ermittelt der Staatsanwalt. Die Vorstandsabteilung eines Automobilkonzerns honoriert sich Jahresbezüge in Höhe etwa eines Viertels des Konzernverlustes und begründet dies mit eigenem Risiko. Später wird das marode Vorzeigeunternehmen verkauft.

Je größer die Krisen werden, desto deutlicher offenbaren sich Gier und Rücksichtslosigkeit. Ungezügelte Bereicherung und beglaubigter Hochmut sind zur Regel des kapitalistischen Arbeitslebens geworden.

Ein Kind kommt auf die Welt und wächst in einer gutbürgerlichen Familie auf. Selbstverständlich gedeiht dem Spross eine gute Erziehung und Ausbildung an. Er lernt schon ab dem Kindergarten die erste Fremdsprache, kann Klavier spielen und weiß die Etikette zu wahren. Systematisch und akkurat führt man ihn in die Gesellschaft ein. Nach Schule und Studium erklimmt er in Rekordzeit die Führungsetagen der Mächtigen. Mit 35 Jahren hat er längst einen Wohlstand aufgetürmt, den er selbst wohl nicht mehr abtragen kann. Er führt Menschen und ist sich seiner Vorbildrolle bewusst.
Vielleicht war er niemals im Wald spielen, wurde beschimpft, als er mit dreckigen Knien vom Spielplatz nach Hause kam. Vielleicht haben ihn seine vornehmen Eltern von einer geduldeten ukrainischen Haushaltshilfe erziehen lassen, die turnusgemäß alle zwei Jahre wechselte. Vielleicht hat er gelernt, dass allein etwas darzustellen von Bedeutung ist. Vielleicht grämt es seine Mutter insgeheim, dass er keinen Adelstitel trägt, und fügt deshalb den Anfangsbuchstaben seines zweiten Vornamens in seine Visitenkarte ein.
Vielleicht hat er deshalb Flitterwochen in St. Moritz verbracht, in der Villa der Schwiegereltern. Vielleicht hat er nie die Zeit gefunden, sich einmal selbst zu fragen. Sich selbst zu fragen, was er wirklich gerne möchte. Ob er die Zeit findet, all das zu schätzen, was er besitzt. Ob es wirklich seines ist, das auszuleben, was ihm andere in die Wiege legten. Vielleicht wird er nie auf die Idee kommen, sich zu fragen, ob er das, was er tut, gerne tut. Denn immer und überall erntete er Beachtung und Bewunderung. Man beneidete ihn um seinen äußeren Glanz.
Warum sollte man sich in Frage stellen, wenn man doch von allen Seiten gelobt und bewundert, geschätzt und hofiert wird?

Ich arbeite, um zu leben. Ich lebe, um zu arbeiten. Was ist Arbeit? Ist es nicht auch das Leben? Wofür lohnt es sich zu arbeiten? Wofür lohnt es sich zu leben? Wird das Leben dann zur Arbeit, wenn man seinen Willen dafür kastrieren muss? Wird man dafür bezahlt, den eigenen Willen zu verleugnen? Kennst du deinen eigenen Willen überhaupt? Wie tief ist er? Wie frei? Genügt in der Arbeit etwas Lob, dass du weiterarbeitest? Oder vielleicht sogar ein irrationaler, unmoralischer Zwang? Hat deshalb der Straßenbau im 3. Reich funktioniert? Befreit Arbeit wirklich? Wen?

Genügt schon die lapidare Androhung, du würdest deinen ungeliebten Arbeitsplatz verlieren, dass du motiviert spielst und den Rest deiner Selbst vor dem Werkstor ablegst? Genügt es, wenn jemand droht, dass alle gehen müssten, damit diejenigen, die bleiben dürfen, zufrieden sind, und sich jene, die gehen mussten, als Opfer für die anderen sehen dürfen? Kann es wirklich sein, dass das Mitspielen legitimiert? Bist du der Spielball, weil du Spielball sein willst?

Im Lateinischen bedeutet das Wort „laborare“ arbeiten und leiden. So stand es zumindest in meinem Lateinbuch. Es ist so skurril, dass es mir als eines der wenigen Worte meines Latinums geblieben ist. Schon als Heranwachsender empfand ich seine synonymen Bedeutungen außergewöhnlich beschämend, und bis heute ist es nicht durch einen Rost der Belanglosigkeit aus meinem Gedächtnis entschwunden.

Vor ungefähr einem Jahr lernte eine gute Freundin eine gleichaltrige Frau kennen, die zu jener Zeit eine existenziell bedrohliche Lebensphase durchmachte. Ohne finanzielle Substanz bemühte sie sich schier vergeblich um den Erhalt ihrer Lebensgrundlage, was sich auch im angeschlagenen Zustand ihrer Psyche ausdrückte. Man sah ihr das Leid wohl direkt an. Gestern hätten sie sich wieder getroffen. Ihre Freundin wirkte gelassen und viel jünger als damals. Geld verdienen sei auch ohne Mühen möglich. Sie wunderte sich, wie sie annehmen konnte, dass es ein einziges Mühsal sein müsse. Heute erlebe sie nicht selten das Gefühl, als wäre Geldverdienen die Beigabe eines kurzweiligen Alltags.

Obwohl ein Ingenieur einen anspruchsvollen Tätigkeitsbereich ausfüllt, engagiert sich er darüber hinaus noch voller Elan bei der betriebseigenen Feuerwehr. Kürzlich berichtete er mir mit leuchtenden Augen, er hätte endlich den Platz für seine Werkstatt gefunden. In Kooperation mit Freunden möchte er abends Fahrzeugereparaturen durchführen, weil er für sein Leben gerne bastle. An vielen Tagen arbeitet er vierzehn Stunden. Doch er tut es wohl gerne, scheint einen Platz gefunden zu haben, der ihn erfüllt. Entsprechend freundlich und hilfsbereit gibt er sich. Sollte er vielleicht weniger tun, wenn er dabei doch aufzublühen scheint?

Hat Arbeit vielleicht sogar nur am Rande etwas mit Geld verdienen zu tun? Stell dir vor, du hättest soviel Geld, dass du nicht arbeiten müsstest. Was würdest du tun? Was kannst du? Was macht dich vielleicht nachhaltig glücklich?
Könntest du mit dem, was du gerne tust, nicht auch ausreichend Geld verdienen, um ein würdiges Leben führen zu können? Arbeitest du etwa, weil du nicht weißt, was dich glücklich macht und was deine ganz besonderen Fähigkeiten sind? Du klammerst dich nur deshalb an deiner Arbeit fest, weil du keinen Ausweg kennst? Weil andere dich am Leben erhalten gehst du zur Arbeit und spielst Produktionsfaktor?

Fühlt sich dies gut an? Immer wieder? Warum schmerzt es dich, wenn du diesen Gedanken einmal zulässt? Weil es an deinen Mauern kratzt? Mauern, die du nicht kennst und die du fürchtest? Wer könnte hinter den Mauern warten? Vielleicht du selbst? Du hast Angst? Wovor? Vor dir selbst? Als Produktionsfaktor? Und weil du dies spürst, baust du die Mauern immer höher?

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Ein Blick zur Natur

Es ist unumgänglich, der Natur einen ungeteilten und umfassenden Blick zu würdigen. Wir sind längst zu weit gegangen, um teilnahmslos die Dinge um uns einfach geschehen zu lassen und unsere Ohnmacht einfach anzunehmen. Es ist an der Zeit, aktiv und bewusst Umweltschutz und Bewusstseinsbildung gleichermaßen zu betreiben. Die Zeit für eine nächste Welle eines integralen technologischen und intellektuellen Fortschritts bricht an. Denn es nicht einmal mehr genügend Raum, um unserer Natürlichkeit unseren Gedankenmüll aufzulasten. Die Ketten zwischen Ursache und Wirkung werden immer direkter und transparenter, der Mensch ist verantwortlich und wird für sein Handeln und Denken zur Rechenschaft gezogen.
Wir benötigen all die Errungenschaften unserer Forschung und ihre konsequente Weiterentwicklung. Und nicht weniger benötigen wir die Hinwendung zu unserem Inneren, zum geistigen Ursprung der Existenz. Erst hier werden wir die Natur in ihrem Wesen erkennen, und nicht mehr nur ihre Verpackung katalogisieren. Erweitern wir also den Gegenstand unserer Bemühungen um seinen wahren Wert. Räumen wir uns selbst einen angemessenen Platz im Leben ein.

Das Wirken der Menschen zeigt sich gegenwärtig als Machwerk des Teufels. Wir verschwenden uns und unsere Natur. Wir verkünden unsere grandiosen Errungenschaften und sind stolz darauf. Doch gegen das, was uns die Natur bereitet, ist das nicht einmal als lächerlich zu bezeichnen. Wollten wir uns eine Vollkommenheit attestieren, für unsere Natur fände sich kein Ausdruck.
Es ist an der Zeit eine Rückbesinnung in die Zukunft anzutreten. Es sind keinesfalls eine Rückkehr in überholte Werte verbrauchter Tradition, oder konforme Regeln für Orientierungslose. Vielmehr sollten die Ursachen hinter individuellen und kollektiven Grenzen gesehen, geklärt und aufgearbeitet werden. Wir durchleben einen Prozess der inneren Aufklärung, den jeder Mensch durchschreiten darf. Diese Form der Aufklärung entbehrt der Belehrung. Es ist ein Aufklaren in der Emanzipation der Weiblichkeit sowie der Harmonisierung weiblicher und männlicher Aspekte vonnöten. Diese wird man nicht lehren können, lediglich auf individuellen Wegen der Selbstfindung anstoßen und unterstützen. Überwinden wir nachhaltig unsere Grenzen und erkennen, dass es gar nicht unsere Grenzen waren. Harmonisieren wir uns darüber hinaus.

Wenn wir wahre Achtung vor uns selbst entwickeln, gedeiht darin unsere selbstverständliche Wertschätzung gegenüber der Natur, da wir uns als ihren Teil erkennen. Sie beherbergt uns nicht, damit wir auf ihr sind, sondern um mit ihr in Gemeinschaft des Austausches zusammenzuleben. Wir erschaffen und gestalten unseren Lebensraum in Kooperation.
Allein ein Weg nach Innen wird in ein dauerhaft harmonisches Leben auf der Erde führen können, Platz schaffen für eine Freiheit, die diesen Namen auch verdient. Der Weg nach Innen ist lediglich der Weg zu unserer Natur. Es liegt an jedem selbst, wie bewusst er leben möchte.

Wie bewusst und umsichtig der Einzelne sich selbst und dem Leben stellt, wird der Gradmesser sein, an dem sich sein gesamtes Leben aufrichtet. Zu gesunden bedeutet, sich selbst näher zu kommen. Zurück zum Kern unserer Natur.


Reinheit ist Wissen, Klarheit ist Macht


Wir bedürfen der Bereinigung und Klärung unseres Inneren. Erst die Reinheit der Individualität, aus geistig-kollektiver Verstrickung gelöst, lässt nachhaltiges Wissen entstehen. Wir entwickeln die Weisheit, deren Halbwertszeit anderen Dimensionen unterliegt als gesammelte Fakten in einer schnell vergänglichen Datenbank. Erst sie wird die Basis legen, um uns an jene Stränge der Bewusstheit anzuschließen, die in unserem Wesen verborgen liegen.

Und es bedarf selbstverständlich einer Klärung. Denn nur eine Klarheit der Kanäle wird Unmittelbarkeit und Nachhaltigkeit jenseits des Zweifels erzeugen, wahre Schöpferkraft in das konkrete Leben tragen.

Nicht nur wir, alle unsere Gemeinschaften müssen rein und klar sein. Es ist an der Zeit anzuerkennen, das wir in unserem menschlichen Leben zwar die Idee der Individualität repräsentieren, in einer tieferen Wahrheit aber alle in der Einheit zusammenfinden. So liegt in der Hinwendung zur Einheit der Zugriff auf tieferes Bewusstsein,. Aus dem universell getränkten Schatz allgegenwärtigen Wissens dürfen wir Inspiration erfahren. Unser Weg dorthin führt uns in einen Prozess durch die Reinigung und Klärung, herausfilternd aus den Dichten einer beschränkt materiell orientierten Weltanschauung, die aus dem natürlichen Gesamtkontext herausgerissen ist.

Wir kehren unserer Entfremdung den Rücken, orientieren uns an einer nächsten Stufe unserer Natürlichkeit, die wir längst erahnen.
Wir selbst sind die Natur, es gilt unseren würdigen nächsten Platz einzunehmen, den der tiefere Plan der Evolution für uns vorgesehen hat..

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Leser schreiben

•  "... ist es mir schwer gefallen, weiterzulesen, weil die Seiten, die noch übrig waren, immer weniger geworden sind. Ich hätte so gerne gehabt, dass das Buch nicht aufhört." (Friedl, 49, Grafikerin)

•  "Der Autor bringt es zu Papier, wie es ist. Auf der einen Seite nüchtern und wach beobachtet, auf der anderen Seite durchdacht und in einen größeren Zusammenhang gestellt. Es inspiriert nicht nur, es hilft, das Leben und die Wahrheit aus einer weiteren Sicht zu verstehen." (Rainer, 41, Chemiker)

•  "Es ist eine überaus gelungene Brücke zwischen unserer nüchternen, rationalen Welt, und der Spiritualität. Dem Autor ist es nicht nur gelungen, diese Verbindung darzustellen, er lässt sie uns in seinen Texten erleben und spüren!" (Monika, 53, Heilprakrikerin)

•  "Zugegebenermassen ist es nicht leicht, dieses Buch zu lesen. Denn mit jeder Seite wird man noch direkter aufgefordert, sein eigenes Leben zu überdenken. Es hat mir zeitweilig etwas Überwindung abverlangt, mich dem zu stellen. Es nicht zu lesen ist wäre vielleicht bequemer gewesen, doch ich bin überaus dankbar für die Veränderung in meinem Denken, die aus diesem Anstoß resultiert." (Reinhold, 54 Jahre, Unternehmer)

•  "... ist es sicherlich kein Buch für Jedermann! Unreflektierte Geister wird es wahrscheinlich überfordern. Doch für interessierte Menschen, die über ihren Horizont hinausschauen möchten, hält dieses Buch viele Überraschungen bereit!" (Andreas, 42, Repräsentant)

•  "... das Wunderbare an diesem Buch ist sein undogmatischer Charakter. Es verlangt nicht danach, eine Meinung oder Überzeugung zu teilen, ganz im Gegenteil. Es ist eine Aufforderung an den Leser, sich nicht belehren oder bevormunden zu lassen. Dass es gleichzeitig ein überaus spirituelles Buch ist, finde ich mehr als bereichernd, denn es macht es nicht nur glaubwürdig, sondern hebt es aus der Masse der angebotenen Literatur und schafft ein eigenständiges Format! (Kathrin, 43, Kreative)

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