HEIMWEH NACH MORGEN
Zeit für Selbstverantwortung
HEIMWEH NACH MORGEN ist:
... ein Plädoyer, den eigenen Weg selbstbestimmt und
bewusst zu gehen
... eine Dokumentation aus einer neuen Welt, die unter uns zuhause ist
... die Ermutigung zum Glauben und eine Warnung vor
Leichtgläubigkeit
... Erzählung und Kontemplation
... eine Antwort auf das Leben, das sich uns fraglos
gegenüberstellt
... ein Ansatz, der dem Einzelnen ein erfülltes Leben
verspricht
... die Aufforderung zu Offenheit und Reflexion, Mut und
Entschlossenheit
... die Hoffnung auf das individuelle Wachstum in allen Menschen!
Das Leben verlangt nach uns selbst. Individualität
und Selbstverantwortung sind ein notwendiger Erfolg unserer
Entwicklung. Der Drang, uns selbst zu entdecken und unsere individuelle
Wahrheit zu erfahren, ist ein bestimmender Baustein unserer Natur, ohne
den das Leben sinnlos wäre.
Spirituelles Interesse und Selbsterfahrung sind modern. Nach einer
kurzen Epoche strenger Rationalität, die unsere
Leistungsgesellschaft erst möglich machte, Hochtechnologie und
eine neue Kultur des Zusammenlebens erfindet und die Umwelt ins
Desaster lenkt, beginnen wir neu über Ethik und Moral
nachzudenken.
Wir entwickeln ein Bewusstein dafür, dass wir mit unserem
Handeln für uns und die Welt gleichermaßen
verantwortlich sind.
Und langsam reift uns die Erkenntnis, dass wir nur dann auch
ökonomisch effizient leben können, wenn wir mit
Freude und Engagement unser eigenes Leben ausfüllen.
Individualität und Gemeinwohl widersprechen sich nicht, ganz
im Gegenteil. Die selbstverantwortliche Individualität
ermöglicht uns erst ein erfülltes Leben in der
Gemeinschaft!
Hierfür ist jedoch die Weiterentwicklung unseres Geistes
unumgänglich. Wir sollen nicht nur unsere Psyche
klären und gebildete und intelligente Menschen sein.
Darüber hinaus werden wir in unsere Intuition wachsen und
inspirierte Wesen werden, die ihr Verständnis über
die Wahrheit grundlegend erweitern.
Rationalität und Spiritualität bilden eine Einheit,
aus der heraus wir uns erst wahrhaft lebendig werden lassen.
HEIMWEH NACH
MORGEN
Zeit für Selbstverantwortung
Robert Welscher | 2009 | 320 Seiten | Hardcover
ISBN 978-3-941445-00-0
VK 22 Euro | Druck 2009/2010 geplant
ISBN 978-3-941445-07-9
Als e-book (PDF) sofort
erhältlich
Als Vorabdruck für
20
Euro als Taschenbuch sofort erhältlich: (Gleicher
Inhalt, jedoch sprachlich nicht überarbeitet)
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MODULENATURE
Einleitung
Gedanken
Zeit für einen grundlegenden Wandel
In diesem Buch finden sich Gedanken über unsere Gegenwart.
Über das, was wir in Raum und Zeit als unsere
Realität erkennen können.
Über den Kurs, den das Leben mit uns nimmt, und den wir selbst
einschlagen.
Über Sinn und Verfehlung, Illusion und Anmaßung.
Über den tatsächlichen Tod des Lebens und die wahre
Lebendigkeit des Todes.
Über das Phänomen der Besinnung - das Geschehen der
Transzendenz.
Über Formen menschlicher Gedanken, die erst noch zu entdecken
sind.
Unsere epochale Gegenwart ist wunderbar - es erschafft sich eine neue
Welt. Die Wellen der Veränderung möchten uns dazu
ermutigen mit ihnen zu treiben. Wir sind eingeladen, die bewussten
Reisebegleiter unserer Selbst zu sein.
Der tiefgreifende Wandel zeigt sich in immer deutlicheren Konturen am
Tageslicht des Zeitgeschehens. Unsere einst unergründlich
weite Welt vernetzt sich und beginnt eine Einheit zu formen, die vom
Menschen insgesamt genutzt und beherrscht wird. Lebensmodelle, die wir
in der Vergangenheit entwickelten und die uns lange dienten,
können dem Tempo der Veränderung immer weniger
standhalten. Mehr und mehr Menschen sind gezwungen, ihr gewohntes Leben
aufzugeben, da es als tragfähige Basis für die
Zukunft nicht mehr genügt. Staatenbunde gehen in neuen Formen
auf und verändern ihre Substanz.
Dies ist überall auf der Erde gleich. Das Leben
eröffnet völlig neue Perspektiven und sucht nach
alternativen Wegen, die es bislang noch nicht gab. Es stellt neue
Anforderungen an den Menschen, der Altes von sich abstreifen und sich
neu sortieren soll. Selbst die materiell verwöhnten
Bürger reicher Industrienationen zieht es mit in einen
Strudel, der ihnen Sicherheit entzieht und Missstände
aufdeckt. Das Leben konfrontiert uns so ehrlich und unmittelbar wie nie
zuvor und zwingt uns, unsere Wahrheit grundlegend neu zu
überdenken. Vieles ist aus dem Gleichgewicht geraten und
bedroht das Leben. Weil wir für unser Handeln verantwortlich
sind, müssen wir für die Fehler der Vergangenheit
einstehen.
Die wahren Missstände offenbaren sich besonders deutlich in
dem Gewicht, das der Mensch Geld und Erfolg, der materiellen
Äußerlichkeit, beimisst. Noch ist er weitgehend von
einem ganzheitlichen Bewusstsein abgetrennt und offenbart sehr wenig
Verständnis für Ethik und Moral.
Geld ist etwas Neutrales und überaus Nützliches, es
ist weder gut noch schlecht. Es ist auch nicht in der Lage,
Missbildingen zu erzeugen. Ausschließlich das
unterentwickelte Handeln des Menschen verursacht Unrecht in all seinen
abstrusen und kreativen Ausprägungen. Das menschliche
Verständnis von der Welt ist ungenügend. Mit gutem
Grund sehen wir schwierige Zeiten aufziehen. Es wird das folgen, was
unserem Handeln angemessen ist. Wenn wir auf Besserung
hoffen, dann sind wir dazu verdammt, ein umfassenderes Bewusstsein
herauszubilden und dementsprechend zu agieren.
Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die ausnahmslos alle
Lebensbereiche und die gesamte Erdengemeinschaft betreffen. Die
nachweisbaren Missstände der Gegenwart rütteln uns
auf und zwingen uns dazu, unsere Einstellung grundlegend zu
überdenken. Es existieren tiefer ansetzende Werte und
Wahrheiten als diejenigen, auf denen wir die Gegenwart errichteten. Es
ist höchste Zeit, dass wir sie erkennen und unser Handeln
für die Zukunft daran ausrichten. Wir selbst verschulden alle
Schwierigkeiten der globalen Gegenwart, weil wir zu
oberflächlich, zu unreflektiert und egozentrisch handeln. Das
Bild unserer Wahrheit erweist sich längst als mangelhaft. Es
wird sicher nicht dienlich sein, immer weiter die Augen vor der
Wahrheit zu verschließen. Der Berg unserer
menschlich-kollektiven Hypothek auf das Leben schwillt
unaufhörlich an.
Die Frage wirft sich unweigerlich auf, in welche Richtung wir den
Prozess der Veränderung lenken können. Werden wir die
Welt nachhaltig verbessern und die Turbulenzen beruhigen, oder vor den
Folgen unseres unbedachten Handelns bald völlig
darniederliegen? Längst gehen wir nicht mehr barfuß
über die Erde. Wir leben in der Lichtgeschwindigkeit der
Glasfaserkabel und benötigen nur einige Stunden, um bis auf
die andere Seite der Erde zu reisen. Die Gegenwart ist nicht mehr so,
wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten gewesen war. Und unsere
nächste Zukunft wird uns mit Sicherheit ein Leben bescheren,
das noch viel unvorstellbarer sein wird.
Der Zeitpunkt ist gekommen, an der nur die bewusste und entschiedene
Flucht nach vorne als Erfolg versprechender Ausweg übrig
bleibt.
Der Same der Entwicklung lässt eine Pflanze gedeihen, deren
Blüte mit aller Macht aufgehen will. Sie stemmt sich allen
Widrigkeiten entgegen, weil sie ihre Schönheit über
der Welt ausbreiten möchte. Der Same ist gesät, die
handelnde Menschheit ist ihr Boden. Nähren wir sie so offen
und mutig wir können, um der Welt nicht nur eine neue
Erscheinung zu verleihen, sondern sie mit Wert, mit Wahrheit und
Freude, mit Fähigkeit und wahrer Effizienz
auszufüllen.
Kritisch hinter den Vorhang des Zeitgeschehens zu sehen, das Leben
transparent zu machen und Anstoß zu sein, damit sich die
menschliche Welt schneller aufrichtet und sich geradewegs dem Licht
entgegenstreckt, sollte für uns alle zur aufrichtigen
Selbstverständlichkeit werden. Was nützt es uns,
rational entwickelt, kultiviert und gebildet zu sein, wenn wir den
überfälligen nächsten Schritt nicht wagen?
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Der Text ist ein Auszug aus HEIMWEH NACH MORGEN | MODULENATURE
Fragen
Was ist?
Es wirkt auf mich so, als würden nicht wenige von uns
ausgesprochen „genügsam“ durch ihr Leben
gehen. Kann man sich wirklich mit lapidaren Gegenständen
zufrieden geben? Bietet das Leben nicht viel mehr?
Hin und wieder schlendere ich durch die Ladenmeilen der
Münchner Innenstadt. Eines Samstags, Oktoberfest und ein
Heimspiel vom FC Bayern ist auch, finde ich mich im dichtesten
Vorabendgewühl im Epizentrum der shopping rush hour wieder. Am
Marienplatz lasse ich mich für einige Zeit nieder, um dem
internationalen Treiben beizuwohnen. Modebewusst tragen auffallend
viele, saisonal bedingt, eine bayerische Festtracht. Die deutsche
Sprache ist wenigen Passanten geläufig, Hochdeutsch spricht
man selten. Sein neues Dirndl zur Schau zu tragen ist wohl auch mit
einem slawischem Akzent en vogue. In der Menge sehe ich irgendwo zwei
Menschen lächeln.
Irgendwie schwingt dort ein leichtes Unbehagen in mir. Eine
selbsternannt kosmopolitische Atmosphäre sollte reizvoll sein
und mich inspirieren. Doch tatsächlich fiel es mir noch immer
schwer, hier ein weltoffenes Flair zu verspüren.
Hordenweise passieren mich in Tracht verkleidete Menschen. Das Sein des
Scheins kauft sich in ein idealisiertes Bild der bayerischen
Aussendarstellung ein, und geht Maßkrüge stemmen.
Ich frage mich, wie diese Kleidung zu einem alkoholbedingten reset des
Gedächtnisses beitragen kann. Noch immer ist mir der Genuss
des kollektiven Besäufnisses, auf Absprache und mit System
vollzogen, völlig verborgen geblieben. Und gar noch weniger
kann ich die Verwendung einer speziellen Kleidung verstehen, in die man
sich zu Abertausenden für diesen wohl einzigartigen und
außergewöhnlichen Anlass überkonform
ergibt. In meiner unsäglichen Unwissenheit drängt es
mich allerdings dazu einzugestehen, dass sich mir auch der Wert hinter
dem Wort Tradition zumeist verwehrt, wenn ich mich darum
bemühe, seine Beweggründe nachzuvollziehen.
Ein enger Freund von mir hatte die Idee, auf der
„Wiesn“ einen besonderen Film zu drehen.
Aufgenommen aus der Perspektive von Kinderaugen und spät
abends, wollte er per Nahaufnahme die nackte Wahrheit in Szene setzen.
Auf der Welt größtem Fest der Tradition und der
bayerischen Gemütlichkeit dem Boden der Tatsachen ein
Stückchen näher. Unmittelbar am Ungemach der
Schattenseiten zivilisierter Genüsse. Ein Bild, gezeichnet im
Epizentrum eines soziodemographisch repräsentativen
Schlachtfeldes. Die Wiesenwirte und die Stadtverwaltung zeigen sich
angesichts eines neuen Besucherrekordes zur Halbzeit traditionell
zufriedengestellt. Was sich an kaltem Bier bei kaltem Wetter nicht
umsetzten ließ, überkompensierte der Durchlauf von
Glühwein. In diesem Jahr ist das wohl der Frühstart
für den Weihnachtsmarkt - die Läden sind auch schon
voll mit Lebkuchen und Spekulatius. Vielleicht lassen sich am Festplatz
ja schon Nikolausmützen zum Wärmen der Ohren
erwerben, als Ersatz für den gerne genommen Filzzipfel
positioniert, und für den semiprofessionellen Alkoholkonsum in
China produziert. Sie wären auch lange genug, um sie sich
notfalls über die adrig-rote Nase zu ziehen.
Vielleicht bin ich einfach zu genügsam. Ich genieße
es, alleine durch die Stadt zu schlendern, meine Blicke langsam
schweifen zu lassen, und, wenn mir danach ist, in einem Kaffeehaus
Platz zu nehmen. Dabei hatte ich schon zwei Wochen meines Lebens als
„Profi“ halbe Hühner und Enten auf
schweren Tontellern durch das Festzelt getragen. An die Verkleidung in
Lederhose und Leinenhemd mit Stehkragen konnte ich mich nicht
gewöhnen, und der allnächtliche Weg nach Hause durch
den Sumpf des übriggebliebenen Mitternachtspublikums am
Festplatz war mir stets ein Graus.
Nachdem ich zwischenzeitlich mein Getränk geleert, und mich
vom wetterfesten Plastikrattanstuhl der mediteran-
bayerischen Lifestylegastronomie erhoben habe, spaziere ich
weiter in Richtung Residenz hinauf. Während mein
Körper Schritt für Schritt vor sich setzt und mein
Blick durch mich hindurch schaut, wie durch trübe Umrisse
einer plastifizierten Scheinwelt, an deren Hindernissen ich nicht
anstoßen möchte, denke ich über die
Menschen nach, und welche Themen wohl durch ihre Gedanken
strömen mögen. Was ist denn dieses Mysterium, das
meinen Körper und meinen Geist bewegt? Warum gehe ich oft viel
langsamer als andere? Warum zieht es mich immer seltener durch
Geschäfte? Früher ging ich doch
regelmäßig und gerne shoppen. Warum verweigern mir
manche Menschen den Blickkontakt, wenn ich sie anlächle?
Kaufen gleiche Menschen in gleichen Geschäften gleiche Waren?
Stimmt es, dass man von dem geprägt wird, was man wahrnimmt?
Wenn man nichts wahrnimmt, prägt einen dann das Nichts? Oder
hängt es davon ab, wie man nichts wahrnimmt? Oder in welcher
Intensität oder Penetration? Was wird, wenn man vom Nichts
geprägt wird? Welche Gedanken vermag das Nichts
anzustoßen?
Hängt der Lebensweg davon ab, was man erlebt und wie man es
verarbeitet? Oder verarbeitet es sich von selbst und man braucht es gar
nicht bewusst wahrzunehmen? Könnte es sein, dass es sich von
Fall zu Fall anders verhält und zudem bei jedem Menschen
unterschiedlich ist?
Weshalb?
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Der Text ist ein Auszug aus HEIMWEH NACH MORGEN | MODULENATURE
Fragen
Was ist Beschleunigung?
Wenn ich regelmäßig
unregelmäßig morgens ins Stehcafe gehe, um bei der
Tageszeitung den Tag zu eröffnen, erfahre ich stets seltsam
anmutende Dinge. Das Weltgeschehen folgt sich ständig
wiederholenden Mechanismen, deren Zyklen sich verjüngen.
Gleiche Ereignisse kehren wieder, doch sie verändern ihr
Gesicht und erscheinen immer schneller und direkter. Schon vor einigen
Jahren sprach man von Beschleunigungsprogression. Beschleunigung
beschleunigt.
Sklaven, die als Ruderer auf Galeeren verbracht wurden, hatten einen
Taktgeber. Diesem mussten sie sich wahllos beugen. Zeitungen und
Nachrichtensendungen erinnern mich, in ihrer
unregelmäßigen Regelmäßigkeit, an
die Sklaven an den Rudern, die ungefragt willenlos funktionieren
müssen. Sie glauben ein Schiff zu steuern, doch folgen sie
lediglich einem fremden Takt, dem sie auf Gedeih und Verderb ausgesetzt
sind. Vielleicht wissen sie weder, woher der Takt erschallt, noch
welchen Regeln er folgt, doch sie dienen ihm und arbeiten ihm energisch
zu. Der Sklave unter Deck sah sich unter seinesgleichen eingesperrt,
seine Welt war die schweißgeschwängerte Feuchte
unter knarzenden Planken. Nur durch einen kleinen Spalt konnte er
hinaus in die Welt sehen. Er war ein beherrschter Diener fremder Ideen
und Ideale, Mittel für einen fremden Zweck. Die gesamte
Galeere diente. Heute dient man der Beschleunigung. Die Beschleunigung
als ein globalisierter und allmächtiger Mechanismus, der sich
in die Medienlandschaften eingepflanzt hat, um ihre multiplizierende
Wirkung zu benutzen.
Durften wir in sanftem Kindesalter Beschleunigung erfahren, waren wir
schier unersättlich fasziniert und voller Erwartung. Nicht
selten zog es uns buchstäblich den Boden unter den
Füßen weg. Stets hatten wir jemanden, der uns
hilfreich zur Seite stand. Unbeschwert und fraglos stürzten
wir uns in das Abenteuer. Kindern fällt es oft leicht, sich
auf das Neue einzulassen und sich darin zu entdecken. Um einen festen
Boden unter den Füßen sorgen sie sich nicht. Wenn
die Beschleunigung ihren magischen Reiz entfacht, schießt man
nur zu leicht - wie ein überschwänglich euphorisches
Kind - über das Ziel hinaus. Leicht verliert man dann das
Gleichgewicht.
Heute beziehen wir uns auf die Meinung von gebildeten und
offensichtlich erwachsenen Individuen. Ob der Boden, auf dem sie ihre
Meinung stützen, dünn oder dick ist, wissen wir
nicht, doch reflektieren und begründen wir unser Denken an
dem, was sie uns präsentieren.
Wir glauben aufgeklärt und gebildet zu sein, halten
uns für kultiviert und entwickelt, doch die Beschleunigung
zieht uns den Boden unter unseren Füßen weg. Irgend
etwas stimmt offensichtlich nicht. Wir sind im Fundament
erschüttert.
Wie stabil ist dein eigener Boden?
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Der Text ist ein Auszug aus HEIMWEH NACH MORGEN | MODULENATURE
Fragen
Was ist Arbeit?
Die Deutschen werden alt. Politiker aller Gruppierungen
predigen mahnend gegen die Überalterung. Der Chefvolkswirt
einer bedeutenden deutschen Finanzinstitution verweist auf das
Lohnniveau außer Landes und die globalen
Wettbewerbsbedingungen. Arbeitskraft müsse billiger werden. Er
schlägt vor, bei gleicher Entlohnung die Wochenarbeitszeit zu
erhöhen und das Renteneintrittsalter anzuheben. Mindestens bis
zum siebzigsten Lebensjahr sollte man in Brot und Arbeit stehen.
Vierzehnjährige Jugendliche sollten in Form unentgeltlicher
Praktikumstätigkeit automatisch in den Arbeitsalltag
eingebunden sein, um das Rüstzeug für den
späteren Lebensalltag zu erwerben. Eine Streichung des Tages
der Deutschen Einheit sei politisch leichter durchsetzbar, als eine
Verlängerung der Wochenarbeitszeiten. Wichtig sei, dass es
schnell geht.
In meiner Einschätzung, als Unbeteiligter, basiert der Erfolg
vieler Unternehmensberatungen darauf, kurzfristig Kosten zu
kürzen. Die Ware Mensch fällt per Outsourcing aus den
bisherigen Kreisläufen heraus, indem man sie vom Menschen zum
Produktionsfaktor reduziert. Heute florieren Zeitarbeitsfirmen, die
Fachkräfte billig anstellen und sie kostengünstig
weiterverleihen. Man ersetzt kurzerhand die Organisationsform und
brüstet sich bald mit einem Unternehmensgewinn, den man
zumindest teilweise dem eigenen Humankapital entreißt. Die
Moral des Marktes verlangt die Unterordnung des Produktionsfaktors
Mensch.
Ein deutscher Großkonzern baut Arbeitskräfte ab.
Während der Pressekonferenz verkündet der allseits
geschätzte und wohl honorierte Vorstandsvorsitzende in einem
Atemzug ein Rekordergebnis und versetzt sich stolz auf die
Bezüge des Aufsichtsratsvorsitzes. Wenig später
ermittelt der Staatsanwalt. Die Vorstandsabteilung eines
Automobilkonzerns honoriert sich Jahresbezüge in Höhe
etwa eines Viertels des Konzernverlustes und begründet dies
mit eigenem Risiko. Später wird das marode Vorzeigeunternehmen
verkauft.
Je größer die Krisen werden, desto deutlicher
offenbaren sich Gier und Rücksichtslosigkeit.
Ungezügelte Bereicherung und beglaubigter Hochmut sind zur
Regel des kapitalistischen Arbeitslebens geworden.
Ein Kind kommt auf die Welt und wächst in einer
gutbürgerlichen Familie auf. Selbstverständlich
gedeiht dem Spross eine gute Erziehung und Ausbildung an. Er lernt
schon ab dem Kindergarten die erste Fremdsprache, kann Klavier spielen
und weiß die Etikette zu wahren. Systematisch und akkurat
führt man ihn in die Gesellschaft ein. Nach Schule und Studium
erklimmt er in Rekordzeit die Führungsetagen der
Mächtigen. Mit 35 Jahren hat er längst einen
Wohlstand aufgetürmt, den er selbst wohl nicht mehr abtragen
kann. Er führt Menschen und ist sich seiner Vorbildrolle
bewusst.
Vielleicht war er niemals im Wald spielen, wurde beschimpft, als er mit
dreckigen Knien vom Spielplatz nach Hause kam. Vielleicht haben ihn
seine vornehmen Eltern von einer geduldeten ukrainischen Haushaltshilfe
erziehen lassen, die turnusgemäß alle zwei Jahre
wechselte. Vielleicht hat er gelernt, dass allein etwas darzustellen
von Bedeutung ist. Vielleicht grämt es seine Mutter insgeheim,
dass er keinen Adelstitel trägt, und fügt deshalb den
Anfangsbuchstaben seines zweiten Vornamens in seine Visitenkarte ein.
Vielleicht hat er deshalb Flitterwochen in St. Moritz verbracht, in der
Villa der Schwiegereltern. Vielleicht hat er nie die Zeit gefunden,
sich einmal selbst zu fragen. Sich selbst zu fragen, was er wirklich
gerne möchte. Ob er die Zeit findet, all das zu
schätzen, was er besitzt. Ob es wirklich seines ist, das
auszuleben, was ihm andere in die Wiege legten. Vielleicht wird er nie
auf die Idee kommen, sich zu fragen, ob er das, was er tut, gerne tut.
Denn immer und überall erntete er Beachtung und Bewunderung.
Man beneidete ihn um seinen äußeren Glanz.
Warum sollte man sich in Frage stellen, wenn man doch von allen Seiten
gelobt und bewundert, geschätzt und hofiert wird?
Ich arbeite, um zu leben. Ich lebe, um zu arbeiten. Was ist Arbeit? Ist
es nicht auch das Leben? Wofür lohnt es sich zu arbeiten?
Wofür lohnt es sich zu leben? Wird das Leben dann zur Arbeit,
wenn man seinen Willen dafür kastrieren muss? Wird man
dafür bezahlt, den eigenen Willen zu verleugnen? Kennst du
deinen eigenen Willen überhaupt? Wie tief ist er? Wie frei?
Genügt in der Arbeit etwas Lob, dass du weiterarbeitest? Oder
vielleicht sogar ein irrationaler, unmoralischer Zwang? Hat deshalb der
Straßenbau im 3. Reich funktioniert? Befreit Arbeit wirklich?
Wen?
Genügt schon die lapidare Androhung, du würdest
deinen ungeliebten Arbeitsplatz verlieren, dass du motiviert spielst
und den Rest deiner Selbst vor dem Werkstor ablegst? Genügt
es, wenn jemand droht, dass alle gehen müssten, damit
diejenigen, die bleiben dürfen, zufrieden sind, und sich jene,
die gehen mussten, als Opfer für die anderen sehen
dürfen? Kann es wirklich sein, dass das Mitspielen
legitimiert? Bist du der Spielball, weil du Spielball sein willst?
Im Lateinischen bedeutet das Wort „laborare“
arbeiten und leiden. So stand es zumindest in meinem Lateinbuch. Es ist
so skurril, dass es mir als eines der wenigen Worte meines Latinums
geblieben ist. Schon als Heranwachsender empfand ich seine synonymen
Bedeutungen außergewöhnlich beschämend, und
bis heute ist es nicht durch einen Rost der Belanglosigkeit aus meinem
Gedächtnis entschwunden.
Vor ungefähr einem Jahr lernte eine gute Freundin eine
gleichaltrige Frau kennen, die zu jener Zeit eine existenziell
bedrohliche Lebensphase durchmachte. Ohne finanzielle Substanz
bemühte sie sich schier vergeblich um den Erhalt ihrer
Lebensgrundlage, was sich auch im angeschlagenen Zustand ihrer Psyche
ausdrückte. Man sah ihr das Leid wohl direkt an. Gestern
hätten sie sich wieder getroffen. Ihre Freundin wirkte
gelassen und viel jünger als damals. Geld verdienen sei auch
ohne Mühen möglich. Sie wunderte sich, wie sie
annehmen konnte, dass es ein einziges Mühsal sein
müsse. Heute erlebe sie nicht selten das Gefühl, als
wäre Geldverdienen die Beigabe eines kurzweiligen Alltags.
Obwohl ein Ingenieur einen anspruchsvollen Tätigkeitsbereich
ausfüllt, engagiert sich er darüber hinaus noch
voller Elan bei der betriebseigenen Feuerwehr. Kürzlich
berichtete er mir mit leuchtenden Augen, er hätte endlich den
Platz für seine Werkstatt gefunden. In Kooperation mit
Freunden möchte er abends Fahrzeugereparaturen
durchführen, weil er für sein Leben gerne bastle. An
vielen Tagen arbeitet er vierzehn Stunden. Doch er tut es wohl gerne,
scheint einen Platz gefunden zu haben, der ihn erfüllt.
Entsprechend freundlich und hilfsbereit gibt er sich. Sollte er
vielleicht weniger tun, wenn er dabei doch aufzublühen scheint?
Hat Arbeit vielleicht sogar nur am Rande etwas mit Geld verdienen zu
tun? Stell dir vor, du hättest soviel Geld, dass du nicht
arbeiten müsstest. Was würdest du tun? Was kannst du?
Was macht dich vielleicht nachhaltig glücklich?
Könntest du mit dem, was du gerne tust, nicht auch ausreichend
Geld verdienen, um ein würdiges Leben führen zu
können? Arbeitest du etwa, weil du nicht weißt, was
dich glücklich macht und was deine ganz besonderen
Fähigkeiten sind? Du klammerst dich nur deshalb an deiner
Arbeit fest, weil du keinen Ausweg kennst? Weil andere dich am Leben
erhalten gehst du zur Arbeit und spielst Produktionsfaktor?
Fühlt sich dies gut an? Immer wieder? Warum schmerzt es dich,
wenn du diesen Gedanken einmal zulässt? Weil es an deinen
Mauern kratzt? Mauern, die du nicht kennst und die du
fürchtest? Wer könnte hinter den Mauern warten?
Vielleicht du selbst? Du hast Angst? Wovor? Vor dir selbst? Als
Produktionsfaktor? Und weil du dies spürst, baust du die
Mauern immer höher?
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Der Text ist ein Auszug aus HEIMWEH NACH MORGEN | MODULENATURE
Ein Blick zur Natur
Fazit
Es ist unumgänglich, der Natur einen ungeteilten und
umfassenden Blick zu würdigen. Wir sind längst zu
weit gegangen, um teilnahmslos die Dinge um uns einfach geschehen zu
lassen und unsere Ohnmacht einfach anzunehmen. Es ist an der Zeit,
aktiv und
bewusst Umweltschutz und Bewusstseinsbildung gleichermaßen zu
betreiben. Die Zeit für eine nächste Welle eines
integralen technologischen und intellektuellen Fortschritts bricht an.
Denn es nicht einmal mehr genügend Raum, um unserer
Natürlichkeit unseren Gedankenmüll aufzulasten. Die
Ketten zwischen Ursache und Wirkung werden immer direkter und
transparenter, der Mensch ist verantwortlich und wird für sein
Handeln und Denken zur Rechenschaft gezogen.
Wir benötigen all die Errungenschaften unserer Forschung und
ihre konsequente Weiterentwicklung. Und nicht weniger
benötigen wir die Hinwendung zu unserem Inneren, zum geistigen
Ursprung der Existenz. Erst hier werden wir die Natur in ihrem Wesen
erkennen, und nicht mehr nur ihre Verpackung katalogisieren. Erweitern
wir also den Gegenstand unserer Bemühungen um seinen wahren
Wert. Räumen wir uns selbst einen angemessenen Platz im Leben
ein.
Das Wirken der Menschen zeigt sich gegenwärtig als Machwerk
des Teufels. Wir verschwenden uns und unsere Natur. Wir
verkünden unsere grandiosen Errungenschaften und sind stolz
darauf. Doch gegen das, was uns die Natur bereitet, ist das nicht
einmal als lächerlich zu bezeichnen. Wollten wir uns eine
Vollkommenheit attestieren, für unsere Natur fände
sich kein Ausdruck.
Es ist an der Zeit eine Rückbesinnung in die Zukunft
anzutreten. Es sind keinesfalls eine Rückkehr in
überholte Werte verbrauchter Tradition, oder konforme Regeln
für Orientierungslose. Vielmehr sollten die Ursachen hinter
individuellen und kollektiven Grenzen gesehen, geklärt und
aufgearbeitet werden. Wir durchleben einen Prozess der inneren
Aufklärung, den jeder Mensch durchschreiten darf. Diese Form
der Aufklärung entbehrt der Belehrung. Es ist ein Aufklaren in
der Emanzipation der Weiblichkeit sowie der Harmonisierung weiblicher
und männlicher Aspekte vonnöten. Diese wird man nicht
lehren können, lediglich auf individuellen Wegen der
Selbstfindung anstoßen und unterstützen.
Überwinden wir nachhaltig unsere Grenzen und erkennen, dass es
gar nicht unsere Grenzen waren. Harmonisieren wir uns darüber
hinaus.
Wenn wir wahre Achtung vor uns selbst entwickeln, gedeiht darin unsere
selbstverständliche Wertschätzung gegenüber
der Natur, da wir uns als ihren Teil erkennen. Sie beherbergt uns
nicht, damit wir auf ihr sind, sondern um mit ihr in Gemeinschaft des
Austausches zusammenzuleben. Wir erschaffen und gestalten unseren
Lebensraum in Kooperation.
Allein ein Weg nach Innen wird in ein dauerhaft harmonisches Leben auf
der Erde führen können, Platz schaffen für
eine Freiheit, die diesen Namen auch verdient. Der Weg nach Innen ist
lediglich der Weg zu unserer Natur. Es liegt an jedem selbst, wie
bewusst er leben möchte.
Wie bewusst und umsichtig der Einzelne sich selbst und dem Leben
stellt, wird der Gradmesser sein, an dem sich sein gesamtes Leben
aufrichtet. Zu gesunden bedeutet, sich selbst näher zu kommen.
Zurück zum Kern unserer Natur.
Reinheit ist Wissen,
Klarheit ist Macht
Wir bedürfen der Bereinigung und Klärung unseres
Inneren. Erst die Reinheit der Individualität, aus
geistig-kollektiver Verstrickung gelöst, lässt
nachhaltiges Wissen entstehen. Wir entwickeln die Weisheit, deren
Halbwertszeit anderen Dimensionen unterliegt als gesammelte Fakten in
einer schnell vergänglichen Datenbank. Erst sie wird die Basis
legen, um uns an jene Stränge der Bewusstheit
anzuschließen, die in unserem Wesen verborgen liegen.
Und es bedarf selbstverständlich einer Klärung. Denn
nur eine Klarheit der Kanäle wird Unmittelbarkeit und
Nachhaltigkeit jenseits des Zweifels erzeugen, wahre
Schöpferkraft in das konkrete Leben tragen.
Nicht nur wir, alle unsere Gemeinschaften müssen rein und klar
sein. Es ist an der Zeit anzuerkennen, das wir in unserem menschlichen
Leben zwar die Idee der Individualität
repräsentieren, in einer tieferen Wahrheit aber alle in der
Einheit zusammenfinden. So liegt in der Hinwendung zur Einheit der
Zugriff auf tieferes Bewusstsein,. Aus dem universell
getränkten Schatz allgegenwärtigen Wissens
dürfen wir Inspiration erfahren. Unser Weg dorthin
führt uns in einen Prozess durch die Reinigung und
Klärung, herausfilternd aus den Dichten einer
beschränkt materiell orientierten Weltanschauung, die aus dem
natürlichen Gesamtkontext herausgerissen ist.
Wir kehren unserer Entfremdung den Rücken, orientieren uns an
einer nächsten Stufe unserer Natürlichkeit, die wir
längst erahnen.
Wir selbst sind die Natur, es gilt unseren würdigen
nächsten Platz einzunehmen, den der tiefere Plan der Evolution
für uns vorgesehen hat..
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Der Text ist ein Auszug aus HEIMWEH NACH MORGEN | MODULENATURE
Leser schreiben
Auszüge:
• "... ist es mir schwer gefallen, weiterzulesen, weil die Seiten, die noch übrig waren, immer weniger geworden sind. Ich hätte so gerne gehabt, dass das Buch nicht aufhört." (Friedl, 49, Grafikerin)
• "Der Autor bringt es zu Papier, wie es ist. Auf der einen Seite nüchtern und wach beobachtet, auf der anderen Seite durchdacht und in einen größeren Zusammenhang gestellt. Es inspiriert nicht nur, es hilft, das Leben und die Wahrheit aus einer weiteren Sicht zu verstehen." (Rainer, 41, Chemiker)
• "Es ist eine überaus gelungene Brücke zwischen unserer nüchternen, rationalen Welt, und der Spiritualität. Dem Autor ist es nicht nur gelungen, diese Verbindung darzustellen, er lässt sie uns in seinen Texten erleben und spüren!" (Monika, 53, Heilprakrikerin)
• "Zugegebenermassen ist es nicht leicht, dieses Buch zu lesen. Denn mit jeder Seite wird man noch direkter aufgefordert, sein eigenes Leben zu überdenken. Es hat mir zeitweilig etwas Überwindung abverlangt, mich dem zu stellen. Es nicht zu lesen ist wäre vielleicht bequemer gewesen, doch ich bin überaus dankbar für die Veränderung in meinem Denken, die aus diesem Anstoß resultiert." (Reinhold, 54 Jahre, Unternehmer)
• "... ist es sicherlich kein Buch für Jedermann! Unreflektierte Geister wird es wahrscheinlich überfordern. Doch für interessierte Menschen, die über ihren Horizont hinausschauen möchten, hält dieses Buch viele Überraschungen bereit!" (Andreas, 42, Repräsentant)
• "... das Wunderbare an diesem Buch ist sein undogmatischer Charakter. Es verlangt nicht danach, eine Meinung oder Überzeugung zu teilen, ganz im Gegenteil. Es ist eine Aufforderung an den Leser, sich nicht belehren oder bevormunden zu lassen. Dass es gleichzeitig ein überaus spirituelles Buch ist, finde ich mehr als bereichernd, denn es macht es nicht nur glaubwürdig, sondern hebt es aus der Masse der angebotenen Literatur und schafft ein eigenständiges Format! (Kathrin, 43, Kreative)
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